Kein Klimaschutz ohne Klimagerechtigkeit; keine Klimagerechtigkeit ohne Degrowth

Von Christiane Kliemann

Kurz vor der wichtigsten UN Klimakonferenz nach dem Scheitern von Kopenhagen nimmt die internationale Klimabewegung Fahrt auf: Der Widerstand gegen den Abbau fossiler Energieträger wächst und mit der erstarkenden globalen Divestment-Bewegung wächst auch der Druck, Gelder von fossilen Energien abzuziehen und stattdessen in Erneuerbare zu investieren. Erfolgsgeschichten von grünen Jobs im Sektor der Erneuerbaren machen die Runde und breite Kreise erkennen an, dass wir 80% der bekannten globalen fossilen Energiereserven in der Erde lassen müssen, wenn wir einen unkontrollierbaren Klimawandel noch aufhalten wollen. weiterlesen

Video: 15 Minuten für Klimagerechtigkeit mit Tadzio Müller

 

15 Minuten für Klimagerechtigkeit von Ecapio

Der Politikwissenschaftler und Klimagerechtigkeitsaktivist Tadzio Müller erklärt hier aus der perspektive des globalen Nordens, wie sich Klimawandel und Klimapolitik auf globaler Ebene fair und gerecht gestalten lassen. Dabei geht er den folgenden Fragen nach: Welche Verantwortung tragen die Länder des globalen Nordens? Welche Ideen und Konzepte gibt es für die Menschen im Süden ein gutes Leben zu führen, ohne die Konsum- und Produktionsmuster des Nordens nachzuahmen? Und welche Rolle kommt in diesem Prozess der Politik und der Zivilgesellschaft zu?

Tadzio Müller arbeitet bei der Rosa Luxemburg Stiftung in Berlin

2015 – Das Jahr für Klimagerechtigkeit und Degrowth…

… und was die Sommerschule “Degrowth konkret: Klimagerechtigkeit” dazu beiträgt

Von Elena Hofferberth

Der UN-Klimaprozess findet mit der 21. Conference of Parties in Paris in diesem Jahr einen weiteren Höhepunkt. Ziel ist die Verabschiedung eines verbindlichen, alle Staaten umfassenden Klimaabkommens, welches die Erwärmung der Atmosphäre auf maximal 2 Grad begrenzen soll. Ob es dazu kommt ist fraglich, denn die Klimaverhandlungen in Lima Ende 2014 haben erneut die divergierenden Positionen der Staaten gezeigt. Gleichzeitig werden bei aktuellen Trends die Klimaziele weit verfehlt. Wie so oft in internationalen Verhandlungen existiert eine Kluft zwischen Erkenntnis und Handeln: Obwohl das globale Risiko der Folgen des Klimawandels anerkannt ist, sind die bisherigen Maßnahmen ungenügend. Im Kern der Debatte steht die Frage, wie die Lasten des Klimawandels gerecht verteilt werden können. Welche Länder und Akteure tragen die Hauptverantwortung und müssen folglich welchen Beitrag leisten? Kann es Klimagerechtigkeit überhaupt geben?weiterlesen

Klimagerechtigkeit und Degrowth – zwei Seiten einer Medaille?

Von Tadzio Müller

Im Vorfeld der letzten UN Klimakonferenz in Lima, Peru, machte immer wieder eine Schlagzeile die Runde: der Versuch, ein bestimmtes Ideologem im Bewusstsein der globalen Eliten und auch der breiteren Bevölkerung zu verankern: „Leute“, hieß es, „Ihr habt recht, Euch um den Klimawandel zu sorgen, aber, nach Berichten des Internationalen Währungsfonds und einem neuen Report zum Zusammenhang von Klimaschutz und Wirtschaft (im Prinzip ein zweiter Stern-Report), sollt Ihr um Himmels Willen nicht anfangen, aus Sorge um das Klima das Wirtschaftswachstum in Frage zu stellen.“ Wirtschaftswachstum, so die alte Geschichte, kann in Wirklichkeit sehr gut mit Klimaschutz kombiniert werden, wenn es nur richtig angegangen wird. weiterlesen

Gutes Leben statt Wachstum: Degrowth, Klimagerechtigkeit, Subsistenz – eine Einführung in die Begriffe und Ansätze der Postwachstumsbewegung

Von Matthias Schmelzer

Der folgende Artikel wird in erweiterter Form im “Atlas der Globalisierung” erscheinen. Der neue Atlas, herausgegeben von Le Monde diplomatique und dem Kolleg Postwachstumsgesellschaften (Universität Jena) wird unter dem Motto “Weniger wird mehr. Der Postwachstums-Atlas” auf verschiedene Aspekte von Wachstum und Postwachstum konzentrieren. Er erscheint in einer kostenfreien Vorabversion zur Degrowth-Konferenz 2014 und als Vollversion im Frühsommer 2015.

Postwachstum. Degrowth. Décroissance. Das sind die Schlagworte einer wachsenden europäischen Bewegung von Aktivisten und Wissenschaftlerinnen, die das vorherrschende Entwicklungsmodell des kontinuierlichen kapitalistischen Wachstums kritisiert. Gesucht werden Alternativen – welche unterschiedlichen Ansätze werden diskutiert. weiterlesen

Was hat der Kampf um den Hambacher Forst mit Degrowth zu tun?

Von Kai Kuhnhenn & Nina Treu

Degrowth bedeutet eine Abkehr von einem wachstums- und profitorientierten Wirtschaftssystem. Mittels einer sozial-ökologischen Transformation soll ein gutes Leben für alle möglich werden. Das bedeutet: die imperiale Lebensweise des globalen Nordens überwinden, Alternativen aufbauen und positive Erzählungen unserer möglichen Zukunft schaffen. Dazu gehört auch, Widerstand gegen unnütze Großprojekte, Privatisierungen und zerstörerische Unternehmen zu leisten – kurzgesagt gegen den Teil der Wirtschaft, der schrumpfen soll, weil seine negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft in keinem Verhältnis zu seinem Nutzen stehen. 

weiterlesen

Call for Courses

Was sind die Rahmenbedingungen für die Kurse?

Die Kurse sind das Herzstück der Sommerschule. Sie sind über 4 Tage fortlaufend auf jeweils 2,5 Stunden angelegt, mit einer festen Gruppe von 25 Teilnehmenden. Sie sollten in einem Zelt oder draußen durchführbar sein und eventuellen Materialbedarf gering halten. Kurse können auf Deutsch und Englisch angeboten werden. Die Referent*innen können, wie alle Teilnehmenden, im eigenen Zelt auf dem Camp schlafen und werden von der Camp-Küche kulinarisch umsorgt. Fahrt- und Materialkosten können erstattet werden. Weiterhin besteht die Möglichkeit bei Bedarf ein Honorar von 400 Euro pro Kurs abzurufen.

Zu welchen Themenbereichen sind Kurse möglich?

Die diesjährige Degrowth-Sommerschule widmet sich dem Thema „Visionen der sozial-ökologischen Transformation“. Nachdem die Sommerschule in den letzten Jahren verschiedene Themen aufgegriffen hat, wollen wir damit dieses Jahr versuchen, uns gemeinsam mit positiven Visionen auseinander zu setzen. Die Entwicklung eines konkreten und praxisorientierten Zukunftsszenarios sollte im Vordergrund stehen. Dies sollte auf einer kritischen sozial-ökologischen Analyse aufbauen aber der Fokus des Kurses lösungs- und nicht problemorientiert sein.

Wir suchen Kurse in den Bereichen:

  • Banken und Währung/ Finanzmärkte/ Investitionen
  • Bewegungsfreiheit/ globale Mobilität
  • Bildung/ Forschung/ Wissenschaft
  • Digitalisierung/ Information
  • Energie/ Klima/ Klimagerechtigkeit
  • Ernährung / Landwirtschaft
  • existierende Visionen / Utopien (z.B. Buen Vivir, Demokratischer Konföderalismus, Radical Ecological Democracy)
  • Handelspolitik/ Internationale Beziehungen/ Süd-Nord-Kooperation
  • Industrie/ Konversion
  • Kunst
  • Medien
  • Mobilität/ Verkehr
  • Organisation von Arbeit/ Sorgearbeit
  • Sozialsysteme / gemeinschaftliche und gesellschaftliche Pflege und Sorge
  • Sport
  • Stadt-Land-Verhältnis/ Städte/ Wohnen
  • Technik

 

Wir suchen keine Visionen, die nur in einem Unterbereich funktionieren, sondern wollen, dass die Perspektive eines guten Lebens für alle mit berücksichtigt wird. Daher sollten diese nach Möglichkeit auch folgende Querschnittsthemen mit behandeln:

  • Demokratisierung
  • Degrowth/planetare Grenzen
  • Geschlechterverhältnisse/Anti-Sexismus
  • Herrschaftskritik/Anti-Rassismus
  • soziale Gerechtigkeit (von lokal bis global)
  • Zeit (-politik/-wohlstand)

 

Wie kann ich etwas einreichen?

Einreichungen sind bis 12. 05. unter https://www.soscisurvey.de/call_courses_18/ möglich.
Alle Anforderungen sind hier als pdf zu finden – bitte schaut euch das an, bevor ihr anfangt zu konzipieren.

Wann bekommst du Bescheid?

Wir werden die Kursvorschläge bis Ende Mai sichten, das Programm zusammenstellen und uns dann Anfang Juni bei euch melden. Bitte habt Verständnis dafür, dass wir aufgrund der begrenzten Kapazitäten nicht allen Vorschlägen zusagen können!

Bei Fragen kannst du dich an courses2018@degrowth.de wenden.

Wir freuen uns auf deine/ eure Einreichung bis zum 12. Mai!

Weitere

Projektarchiv

Im Projektarchiv finden Sie Informationen zu abgeschlossen Projekten, die auf dem Degrowth-Webportal ihre Webpräsenz hatten. Informationen zu den internationalen Degrowth-Konferenzen finden Sie im Reiter „Konferenzen“.

Move Utopia

MOVE steht für Miteinander – Offen – Vertrauensvoll – Emanzipatorisch. Vom 21. – 25. Juni 2017 fand ein Zusammen!Treffen! verschiedener Bewegungen, Initiativen und Einzelpersonen, die sich für eine Welt nach Bedürfnissen und Fähigkeiten einsetzen statt.

Sommerschule 2015

dgk_RZ_Logo_72dpi2015 fand zum ersten mal die Degrowth-Sommerschule „Degrowth konkret: Klimagerechtigkeit” vom 9.-14. August 2015 im Rheinland stattfand.

Sommerschule 2016

2016 fand die Degrowth-Sommerschule zum zweiten Mal auf dem Klimacamp im Rheinland statt. Fokus der Veranstaltung waren “Skills for System Change”.

Sommerschule 2017

Summerschool 2017

2017 fand die Degrowth-Sommerschule zum dritten Mal auf dem Klimacamp im Rheinland statt. Die inhaltlichen Schwerpunkte dieses Jahres waren „Strukturwandel im Rheinischen Braunkohlerevier“, „Psychologie des Wandels“ und „Skills for System Change“.

Stream towards Degrowth 2016

Stream-LogoWie schon 2014 diente der „Stream towards Degrowth“ dazu, die Basis der Bewegung breit und stark zu machen und zu den zentralen Degrowth-Veranstaltungen des Jahres – die Degrowth Sommerschule 2016 und die Degrowth-Konferenz in Budapest – zu mobilisieren. Der Stream bestand aus über 60 Veranstaltungen.

Sorge ins Zentrum einer Alternative zum Kapitalismus

Von Autor_innenkollektiv Werkstatt Care Revolution

Unter dem Begriff der Care Revolution entstand in den letzten Jahren eine Bewegung, die Sorgetätigkeiten zum Ausgangspunkt für gesellschaftliche Transformation nimmt. Unter Sorge – dieses Wort verwenden wir synonym zu Care – verstehen wir beispielsweise Pflegen, Trösten, Kochen, Betreuung oder Beratung, kurz gesagt all jenes, womit sich Menschen um das Wohlergehen und die persönliche Entwicklung anderer Menschen oder auch der eigenen Person (Selbstsorge) kümmern. Sorge ist von zentraler Bedeutung, denn eine soziale und solidarische Gesellschaft lebt vom Bezug der Menschen aufeinander.weiterlesen

Eine Sache der Bewegung – Degrowth geschlechtergerecht gestalten

Von Anna Holthaus

Soziale Bewegungen sind zentrale Akteure gesellschaftlicher Transformationsprozesse. Durch ihre Arbeit sind viele der gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte erst möglich geworden. Für soziale Bewegungen ist es jedoch eine Herausforderung, interne Strukturen nach den partizipatorischen, demokratischen, transparenten, gleichberechtigen und inklusiven Anforderungen zu gestalten, die sie selbst an die Gesellschaft haben. weiterlesen

Pressemitteilung

Konferenz zu Migration / Überschattet von Rassismus durch Polizei

08.10.2017

Konferenz zu Migration / Überschattet von Rassismus durch Polizei

In Leipzig ist am Sonntag die Konferenz „Selbstbestimmt und solidarisch! Konferenz zu Migration, Entwicklung und ökologische Krise“ zu Ende gegangen.

Drei Tage lang diskutierten im Leipziger „Westbad“ mehr als 700 Teilnehmende aus verschiedenen sozialen Bewegungen, auf welche Weise Flucht und Migration mit den vielfältigen ökologischen Krisen unserer Zeit sowie den vorherrschenden Vorstellungen von gesellschaftlicher Entwicklung zusammen hängen. Beteiligt waren unter anderem Initiativen, die zu Flucht und Migration, Bewegungsfreiheit, Klima, Kapitalismus, Landwirtschaft und Degrowth arbeiten – beteiligt waren auch viele Geflüchtete und Migrant*innen.

In 25 Workshops, auf vielen Podien, in zwei Theaterstücken, vier Ausstellungen und in offenen Diskussionsrunden ging es um Themen wie die Kriminalisierung von Migration, die Kämpfe von Frauen für selbstbestimmte Entwicklung, um die verheerenden Auswirkungen internationaler Handelsabkommen zwischen Afrika und Europa, und darum, wie der Klimawandel Fluchtursachen verschärft. Thema waren aber auch die Erfahrungen von Menschen auf der Flucht und die Situation Geflüchteter in Deutschland.

Rassistisch motivierte Polizeigewalt während der Konferenz

Überschattet wurde die Konferenz von rassistisch motivierter Polizeigewalt gegenüber zwei Referenten und zwei Teilnehmenden der Konferenz.

Die Referenten, die aus Kamerun kommen und in Deutschland leben, waren während der Konferenz in der Wohnung einer Tagesmutter untergebracht. Sie wurden von mehreren – offenbar von Nachbarn herbei gerufenen – Polizisten aus dem Schlaf geholt. Nachdem ein Referent die Tür geöffnet hatte, ging einer der Polizisten sofort gewaltsam auf ihn los, rief „Ausweis, Ausweis“ und verdrehte ihm gleichzeitig schmerzhaft den Arm – und dies, obwohl beide Referenten ruhig reagierten und sich gesprächsbereit zeigten. Einem der Referenten wurden sogar Handschellen angelegt. Erst nachdem die inzwischen herbei gerufenen Organisatoren der Konferenz mit den Polizisten sprachen, wurden die Referenten in Ruhe gelassen und die Polizei verließ den Ort.

„Ich wollte einen Freund anrufen, damit er mit der Polizei spricht, warum wir hier untergebracht sind und dass alles seine Richtigkeit hat“, berichtet der Referent Péguy Takou Ndie, „aber ich wurde gar nicht erst angehört. Mir wurde einfach der Arm so sehr nach hinten gebogen, dass ich heute noch Schmerzen in der Schulter habe.“

Der zweite der Referenten, Richard Djif, der aus Kamerun fliehen musste, weil er einen kritischen Dokumentarfilm zur dortigen Korruption und Unterdrückung gedreht hat, ergänzt: „Mich hat schockiert, dass die Polizisten sofort Gewalt angewendet haben, obwohl wir nur Schlafanzüge trugen und ganz offensichtlich nicht gefährlich waren. Ich fühle mich sehr unsicher in Deutschland, wenn rassistische Vorurteile bei der Polizei zu solchen Übergriffen führen. Eigentlich soll die Polizei doch für Sicherheit sorgen. Das erinnert uns daran, wie sehr man gegen Rassismus in der Gesellschaft Widerstand leisten muss.“

Organisatoren der Konferenz verurteilen Polizeigewalt

Das Organisationsteam der Konferenz – die Initiativen Afrique-Europe-Interact, Corasol und das NoStressTeam sowie das Konzeptwerk Neue Ökonomie in Leipzig, glokal e.V. und das Entwicklungspolitische Netzwerk Sachsen – verurteilen die rassistisch motivierte Polizeigewalt. „Wir sind empört, weil es wegen Alltagsrassismus und Polizeigewalt unmöglich war, ungestört die Zusammenhänge von Migration, selbstbestimmter Entwicklung und ökologischer Krise zu diskutieren und konkrete Handlungsmöglichkeiten zu besprechen“, sagte Matthias Schmelzer vom Konzeptwerk Neue Ökonomie.

Die Konferenz: Beispiel für gelebte Solidarität

Die Konferenz zeigt, worauf es wirklich ankommt; Sie ist selbst ein Beispiel für gelebte Solidarität: Teilnehmende mussten keinen festen Teilnahmebeitrag zahlen, spendeten aber, damit Geflüchteten die Fahrtkosten erstattet werden konnten. Das Hostel „Multitude“ stellte Unterkünfte für einen Minimalbetrag zur Verfügung, andere Konferenzteilnehmer und -teilnehmerinnen kamen über die „Schlafplatzbörse“ privat oder mit geliehenen Schlafsäcken in Turnhallen unter. Essen wurde von ARKitchen gekocht, einer Gruppe selbstorganisierter Geflüchteter. Auch Dolmetscher und Dolmetscherinnen übersetzten alle Veranstaltungen ehrenamtlich simultan auf Englisch, Französisch und Deutsch. Der Veranstaltungsort „Westbad“ beherbergte die Konferenz mit großem Preisnachlass.

Stimmen zur Konferenz

Dora Sandrine Koungoyo Ndedi, Aktivistin bei Corasol und Gründerin des Magazins „Stimme“, Berlin, Mitorganisatorin der Konferenz

„Es ist ein großer Erfolg, dass wir zur Konferenz so viele Geflüchtete mobilisieren konnten. Wir haben über viele Problematiken gesprochen. Jetzt geht es darum, ganz konkret zu werden.“

Boniface Mabanza, Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika in Heidelberg

„Wer alle Krisen, mit denen wir es aktuell zu tun haben, isoliert voneinander betrachtet, hat ein riesiges Wahrnehmungsproblem. Das Boot, das am kentern ist, ist nicht nur das Boot der Geflüchteten, sondern das der gesamten Menschheit. Was die Menschen brauchen, sind Räume, in denen sie ihre Vielfalt entdecken und sich selbst organisieren können. Sie brauchen Räume, in denen sie die Veränderungen gestalten können, die sie selbst für notwendig halten und die nicht den Interessen von außen dienen.“

Ulrich Brand, Professor für Internationale Politik Universität Wien

Forscht u.a. zu den Themen Globalisierung und Globalisierungskritik, Global Governance und Transformation des Staates, Umwelt- und Ressourcenpolitik sowie zu sozialen Bewegungen

„Die zerstörerische imperiale Produktions- und Lebensweise muss ganz grundlegend verändert werden. Dazu müssen die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Probleme gleichzeitig bearbeitet werden. Die sozialen Bewegungen für globale Klimagerechtigkeit und für einen Ausstieg aus der Braunkohle in Deutschland sind Teil jener Auseinandersetzungen, die im globalen Süden gegen die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen um jeden Preis gerichtet sind. Eine Ökologisierung der Landwirtschaft in Europa nimmt ganz unmittelbar den Druck auf das Land und die KleinbäuerInnen in Afrika, Asien und Lateinamerika, die ansonsten von den Agrarkonzernen verdrängt werden. Wir sollten die Diskussion um De-Globalisierung wieder aufnehmen, die vor 15 Jahren intensiv geführt wurde. Es geht darum, dass dem Lokalen und Regionalen Raum gelassen wird für eigenständige Entwicklungen gegen die globalisierende Macht der großen Konzerne und der sie stützenden Politik.“

Freweyni Habtemariam, Eritrean Initiative for Dialogue and Cooperation e.V.

„Eritrea ist ein reiches Land, nicht nur an natürlichen Ressourcen. Es ist schlimm, dass große Unternehmen das Gold Eritreas in Zusammenarbeit mit dem autoritären Regime ausbeuten. Noch schlimmer ist, dass damit die Ackerflächen und Wohnraum von Bauern und Bäuerinnen unwiederbringlich zerstört werden.“

Mercia Andrews, Direktorin von TCOE, Trust for Community Outreach and Education, Kapstadt, Südafrika

„Wenn wir über die Geschlechtergleichberechtigung im globalen Kontext reden, brauchen wir einen Feminismus, der den Kolonialismus mitdenkt. Das heißt, dass die Benachteiligung von Frauen auf dem afrikanischen Kontinent auch mit den Ungleichgewichten zwischen Europa und Afrika zu tun hat.“

Pressekontakt

Steffen Haag
Öffentlichkeitsarbeit „Selbstbestimmt & solidarisch!“
s.haag@degrowth.de
0151 – 53 73 36 82

 

Mehr zur Konferenz

Die Themen Migration, Entwicklung und ökologische Krisen sind eng miteinander verwoben. Die politischen Diskussionen hierzu sind es aber bislang nicht. Das soll diese Konferenz ändern. Sie hinterfragt die gängige Argumentation, wonach die richtige Strategie darin besteht, mit Hilfe von Privatinvestitionen Wachstumsimpulse zu setzen und so Arbeitsplätze zu schaffen – um auf diese Weise langfristig die Zahl neu ankommender Geflüchteter zu reduzieren. Thematisiert wird, inwiefern das Wachstums- und Wohlstandsmodell der früh industrialisierten Länder des globalen Nordens globaler Gerechtigkeit und selbstbestimmter Entwicklung im globalen Süden entgegen steht – nicht zuletzt angesichts von extremer Ungleichheit und ökologischer Zerstörung.

Wie kann dagegen eine tatsächliche selbstbestimmte Entwicklung in den Ländern des globalen Südens aussehen? Welche Rolle spielt Bewegungsfreiheit hierfür? Wo liegen die Ursachen ökologischer und sozialer Krisen – und wie sehen Alternativen aus?

Selbstbestimmt und solidarisch

Die Konferenz steht unter dem Titel „selbstbestimmt und solidarisch“. Einerseits, um der Haltung zu widersprechen, die Entwicklung nur als Kopie des westlichen Modernisierungspfads begreift. Andererseits, um deutlich zu machen, dass globale Solidarität Voraussetzung für in der Gemeinschaft verankerte und an den wirklichen Interessen der Menschen orientierte Entwicklungsprozesse ist.

Mehr Informationen & Programm der Konferenz

Dekolonisierung als Fluchtpunkt

Von Olaf Bernau

Nächste Woche, vom 6.-8-Oktober 2017, findet in Leipzig die Konferenz „Selbstbestimmt und Solidarisch“ statt. Diese Konferenz ist an der Schnittstelle von Migration, selbstbestimmter Entwicklung und ökologischer Krise angesiedelt. An dieser Stelle beschreibt Olaf Bernau von Afrique-Europa-Interact, worum es gehen wird.

weiterlesen

Pressemitteilungen 2017

Degrowth-Sommerschule: Eine Woche Suche nach dem guten Leben für alle
Trotz Ausfall der Förderung ist die Veranstaltung ein voller Erfolg

Erkelenz, 23.08.2017 – Eine Woche lang begaben sich die 500 Teilnehmenden der Degrowth-Sommerschule auf die Suche nach dem guten Leben für alle. Im Mittelpunkt standen dabei dieses Jahr die Perspektiven der Menschen aus dem rheinischen Revier. Die Veranstaltung setzte entscheidende Impulse für den Dialog in der Region, obwohl kurz vor Beginn ein Förderer absprang und ein Finanzloch von 46.000 Euro im Budget der Sommerschule verursachte. Die Organisationsgruppe sucht nun nach Spenden.

Bereits im dritten Jahr war die Degrowth-Bewegung auf dem Klimacamp im Rheinland zu Gast. Sie sieht im profitorientierten Wirtschaftssystem eine zentrale Ursache für soziale Ungerechtigkeit und ein Voranschreiten des Klimawandels. “Um Klimagerechtigkeit zu erreichen, brauchen wir eine Umgestaltung des Wirtschaftssystems und einen sofortigen Kohleausstieg. Während die Folgen des Klimawandels vor allem Menschen in Ländern des globalen Südens treffen, obwohl sie am wenigsten dazu beigetragen haben, sind die Menschen hier in der Region von den unmittelbaren Folgen des Braunkohleabbaus stark betroffen: Dörfer werden abgebaggert, Wälder und Natur zerstört. Zugleich betrifft der Kohleausstieg aber auch die Beschäftigten in den Tagebauen und Kraftwerken. Anders als RWE denken wir ihre Perspektive mit, denn ein gutes Leben für alle bedeutet auch eine sichere Perspektive für die Beschäftigten” sagt Ruth Krohn, Pressesprecherin der Degrowth-Sommerschule.

Um den sozial-ökologischen Wandel in der Region konkret werden zu lassen, war einer der Schwerpunkte der Sommerschule das Thema “Strukturwandel im rheinischen Revier”. Dazu gab es eine Radtour zu den Orten und Geschichten des lokalen Widerstandes, mehrtägige Kurse zum Thema sowie die Podiumsdiskussion “Was kommt nach der Braunkohle? Und wie wird der Weg dorthin gerecht” in der Stadthalle Erkelenz. Erstmals sprachen auf dem Podium RWE-Beschäftigte, Klima-Aktive und Menschen aus der Region gemeinsam über die Gestaltung des Kohleausstiegs. “Es sind über 300 Menschen gekommen, das zeigt, wie wichtig solche Formate sind. Da RWE sich nicht um die Folgen der Braunkohle in der Region kümmert, müssen wir uns gemeinsam organisieren. Das bietet auch die Möglichkeit, das Zusammenleben in der Region zukünftig grundlegend anders zu gestalten, nämlich sozial, ökologisch und demokratisch, mit einer dezentralen Energieversorgung und kooperativen Betrieben.” so Ruth Krohn.

Trotz der besonderen Rolle der Sommerschule als Raum für einen Dialog über die Zukunft der Region, entzog die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen zehn Tage vor Veranstaltungsbeginn einen Großteil der Fördergelder. Die Begründung: Die Sommerschule finde zu nah an den Aktionen zivilen Ungehorsams im Rheinischen Revier statt. Das Organisationsteam hat nun ein Finanzdefizit von 46.000 Euro. Das Geld wird gebraucht, um Honorare der Referent*innen, Reisekosten, Zelte und Infrastruktur zu bezahlen. Um das Finanzloch zu stopfen, ist bereits eine Spendenkampagne angelaufen:

“Wir freuen uns darüber, wieviel Zuspruch die Sommerschule auch in diesem Jahr findet und sehen uns bestätigt, dass wir solche Lern- und Begegnungsräume dringend brauchen, um zivilgesellschaftliche Beteiligung zu ermöglichen. Es war sehr herausfordernd für uns, dass wir so kurz vor Beginn einen Großteil der Fördergelder entzogen bekamen. Für uns ist das schwer nachvollziehbar, denn von Anfang an war transparent, dass die Sommerschule auf dem Klimacamp stattfinden könnte und sie ist klar getrennt von den Aktionstagen im Rheinland. Wir finden es sehr wichtig, dass aus der Klimagerechtigkeitsbewegung nicht nur Protestaktionen kommen, sondern Bildung und die Suche nach Alternativen genauso Bestandteil davon sind. Wir hoffen nun auf Spenden aus der Bevölkerung, um unsere Kosten decken zu können” berichtete Felix Wittmann, Mitorganisator der Sommerschule.

Neben Bildungsveranstaltungen fanden während der Sommerschule zahlreiche Konzerte und Theateraufführungen statt. Ein Camp-Radio berichtete von der Sommerschule, die Teilnehmenden kochten gemeinsam, erzeugten erneuerbaren Strom und kümmerten sich um die alltäglichen Sorge-Arbeiten rund um das Camp.

Spendenkonto der Sommerschule:

Stichwort: „Degrowth Sommerschule“
Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V.
IBAN: DE72 43060967 1137208801
BIC: GENODEM1GLS

 

Dritte Degrowth-Sommerschule startet mit Radtour “Geschichten des Widerstandes” im Rheinischen Revier

Erkelenz, 18.08.2017 – Wie bereits in den vergangenen zwei Jahren trifft sich die Degrowth-Bewegung auf dem Klimacamp im Rheinland. Es werden etwa 500 Teilnehmende erwartet. In Kursen, Workshops und auf Podien wird über soziale, ökologische und demokratische Alternativen zu unserem profit- und wachstumsorientierten Wirtschaftssystem gesprochen. Die Sommerschule ist damit ein Ort der Suche nach dem Guten Leben für alle.

Dieses Jahr ist ein besonderer Schwerpunkt der sozial-gerechte Strukturwandel im rheinischen Revier. Dazu startet die Sommerschule am Samstag mit einer Radtour zu den Orten des Widerstandes der Menschen aus der Region, um dort die Geschichten und Lebenssituationen der Ortsansässigen kennenzulernen und mit ihnen über ihre Vorstellungen für den Strukturwandel ins Gespräch zu kommen.

Die Pressesprecherin der Sommerschule Ruth Krohn erläutert, warum die Sommerschule auf dem Klimacamp stattfindet: “Das rheinische Braunkohlegebiet ist ein starkes Symbol für den fossilen Kapitalismus. Doch in einer Welt mit begrenzten Ressourcen ist unendliches Wachstum nicht möglich und führt zu sozialer und ökologischer Ausbeutung. Das sehen wir auch hier, wo für die Tagebaue von RWE Wälder und Dörfer zerstört, Menschen zwangsumgesiedelt und Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen werden. Ein schnellstmöglicher Ausstieg aus der Braunkohle ist also notwendig, wichtig ist aber auch, dass dieser nicht zu Lasten der Beschäftigten geht. Daher möchten wir zusammen mit Beschäftigten und Gewerkschafter*innen nach Wegen suchen, wie der Kohleausstieg schnellstmöglich und sozial gerecht gestaltet werden kann.”

Am Sonntag findet deshalb in der Stadthalle Erkelenz die Podiumsdiskussion “Was kommt nach der Braunkohle?” statt, außerdem sind alle Menschen aus der Region herzlich eingeladen die Veranstaltungen der Sommerschule auf dem Klimacamp zu besuchen.

Vom 18. bis 23. August bietet die Sommerschule ein buntes Programm aus Bildungs- und Kulturveranstaltungen. Kernstück der Sommerschule sind fortlaufende Kurse, neben Reflektionen über “Psychologie im Umweltschutz” wird Degrowth hier praktisch: ein Radioworkshop organisiert die Berichterstattung auf dem Camp, jeden Tag wird gemeinsam gekocht, der Strom kommt aus selbst gebauten Windrädern und die Entscheidungen auf dem Camp werden basisdemokratisch und im Konsens getroffen.

“Während der Sommerschule sprechen wir nicht nur über Alternativen, sondern fangen an sie zu leben. Dabei experimentierten wir mit verschiedenen Entscheidungs- und Beteiligungsformen: das Camp ist über Räte organisiert, so treffen wir unsere Entscheidungen gemeinsam und lernen, dass Demokratie mehr ist als alle vier Jahre ein Kreuz zu machen, sondern die aktive Mitbestimmungsmöglichkeit für alle bedeutet.” so Krohn. Auch ein Kinderprogramm, Konzerte, Theater und Podiumsveranstaltungen gehören zum Programm. Das gesamte Angebot gibt es online, auf der Seite der Sommerschule.

Die Degrowth-Sommerschule findet vom 18. bis 23. August statt. Im Anschluss an die Sommerschule finden in der Region vielfältige Protestaktionen für Klimagerechtigkeit statt. Von einer Fahrraddemo bis zur Menschenkette: tausende Menschen ziehen gemeinsam eine rote Linie gegen den Klimawandel.

Podiumsdiskussion zu gerechtem Strukturwandel und Alternativen zur Kohle in Erkelenz
Dialog mit Gewerkschaften über Braunkohleausstieg

Rheinland, 27.07.2017 – Im Rahmen der Bildungs- und Protesttage für Klimagerechtigkeit diesen August im Rheinland, findet die Podiumsdiskussion „Was kommt nach der Braunkohle?“ zum gerechten Strukturwandel in der Region statt. Am Sonntag, den 20. August um 15 Uhr diskutieren Janna Aljets (BUND), Manfred Maresch (IG BCE) und Dr. Stefan Gärtner (Ruhr Uni Bochum) in der Stadthalle Erkelenz öffentlich über einen sozialverträglichen Ausstieg aus der Braunkohle. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Menschen aus der Region. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen teilzunehmen.

Das Podium ist Teil der 3. Degrowth Sommerschule, die auf dem Klimacamp im Rheinland zu Gast ist. „Uns geht es darum, gemeinsam Alternativen für die Region zu entwickeln -ohne Kohle, dafür sozial und ökologisch gerecht” so Ruth Krohn von der Sommerschule. “Ansätze für eine solche Gesellschaft gibt es viele, zum Beispiel den Aufbau dezentraler und selbstorganisierter Versorgungsstrukturen mit erneuerbarer Energie. Wichtiger Bestandteil einer sozial-ökologischen Transformation ist die aktive Teilhabe der Menschen vor Ort. Deshalb organisieren wir dieses Podium, um miteinander ins Gespräch zu kommen, darüber wie wir eigentlich zusammenleben wollen und welche Wege dorthin führen.“ Neben der Veranstaltung in Erkelenz wird das Thema Strukturwandel in Workshops und mehrtägigen Kursen während der Sommerschule vertieft.

„Seit mehreren Jahren befinden wir uns im engen Dialog mit der lokalen Bevölkerung und seit dem letzten Klimacamp auch mit den Gewerkschaften“, berichtet Klimaschützerin Janna Aljets, die auf dem Podium mitdiskutiert. „Niemand bezweifelt mehr, dass es einen Kohleausstieg geben wird, die Frage ist, wie wir ihn gestalten. Von Seiten der Regierungen und RWE gibt es keine konkreten Konzepte zur Zukunft der Beschäftigten und der Region. Deshalb tauschen wir uns mit anderen Akteuren aus, um selbstorganisiert Klimaschutz und Strukturwandel sozial, ökologisch und demokratisch umzusetzen.“

Wie sieht ein gerechter Übergang für die Beschäftigten von RWE und das rheinische Revier aus? Was sind sozial und ökologisch tragbare Alternativen? Über diese und weitere Fragen sprechen auf dem Podium Janna Aljets, die beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) ein Dialogprojekt mit Gewerkschaften betreut, Manfred Maresch, Vorstandsvorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) Alsdorf und Dr. Stefan Gärtner, der am Institut für Arbeit und Technik der Ruhr Universität Bochum politische Handlungsempfehlungen für präventive Strukturpolitik in Kohleregionen entwickelt.

Die Degrowth Sommerschule findet vom 18. bis 23. August im Rheinland statt. Neben einem umfangreichen Bildungsprogramm, bietet die Sommerschule ein vielfältiges Kulturprogramm mit Konzerten, Theater und Ausstellungen. Im Anschluss an die Sommerschule finden in der Region weitere Kultur- und Protestveranstaltungen statt, zu denen mehrere tausend Menschen erwartet werden. Symbolisch sollen rote Linien gegen soziale Ungerechtigkeit und Klimawandel gezogen werden.

3. Degrowth-Sommerschule zum Strukturwandel im Rheinischen Revier

Köln, 14.07.2017 – Zum dritten Mal findet dieses Jahr die Degrowth-Sommerschule auf dem Klimacamp im Rheinland statt. Rund 600 Teilnehmende können sich vom 18. bis 23. August mit solidarischen, ökologischen und demokratischen Formen des Wirtschaftens befassen.

Schwerpunkt der einwöchigen Bildungsveranstaltung ist ein sozial gerechter Strukturwandel im Rheinischen Revier. „Überall auf der Welt sind Menschen von sozialer und ökologischer Zerstörung als Folge unserer profitorientierten Wirtschaft betroffen, auch hier im Rheinland. Mit der Sommerschule wollen wir nach Alternativen zu diesem System suchen und ganz konkret schauen, wie ein Strukturwandel für das Rheinland und die Menschen hier aussehen könnte.“, so Ruth Krohn, Mitorganisatorin der Sommerschule.

Um mit den Betroffenen ins Gespräch zu kommen, wird es dieses Jahr auch Veranstaltungen in den umliegenden Ortschaften geben, bei denen Gewerkschafter*innen, Menschen aus der Region und Aktivist*innen zusammen über eine gerechte Zukunft ohne Kohle diskutieren können.

Neben zahlreichen Podiumsdiskussionen und Workshops bilden mehrtägige Kurse das Herzstück der Sommerschule. Zusammen mit der Initiative „Psychologie im Umweltschutz“ wird es eine Reihe von Kursen zur Psychologie von gesellschaftlichem Wandel geben. Auch die Ausstellung „Endlich Wachstum“ wird im Rahmen der Sommerschule gezeigt, sie macht das Thema Wirtschaftswachstum den Besucher*innen auf interaktive Weise zugänglich. Abgerundet wird das Programm durch Konzerte und Theaterstücke. Das gesamte Programm ist online einsehbar. Für die Kurse der Sommerschule ist eine Anmeldung über die Internetseite nötig, alle weiteren Veranstaltungen sind frei zugänglich und alle Menschen sind eingeladen teilzunehmen.

Die Degrowth-Sommerschule ist eine von vielen Veranstaltungen im August im Rheinischen Revier. Vom 18. bis 29. August finden in der Region zahlreiche Bildungs-, Kultur-, und Protestveranstaltungen statt, zu denen mehrere tausend Menschen aus ganz Europa erwartet werden. Symbolisch sollen rote Linien gegen soziale Ungerechtigkeit und Klimawandel gezogen werden.

Darum geht es

Darum geht es auf der Konferenz

von Klimacamp 

Unsere Konferenz bewegt sich zwischen verschiedenen Debatten und umkreist unterschiedlichste Themen. Workshops, Podien, Theater und die offenen Veranstaltungsformate werden sich mit diesen Fragen beschäftigen: 

Aus welchen Gründen machen sich Geflüchtete und Migrant_innen auf den Weg ?
Stichwort: „Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört!“. Welche Punkte sollten bei einem kritischen bzw. dekolonialen Diskurs zu Fluchtursachen im Mittelpunkt stehen?

Was meinen wir, wenn wir das Recht auf selbstbestimmte Entwicklung fordern?
Geht es um die Befriedigung von Grundbedürfnissen oder haben wir weitergehende Konzepte zur Veränderung ganzer Gesellschaften im Kopf? Ist es überhaupt sinnvoll von „Entwicklung“ zu sprechen oder sollten wir andere Begriffe benutzen?

Welche alternativen Konzepte oder Strategien zum dominanten westlichen Entwicklungsmodell gibt es bereits?
Was können wir von Konzepten wie “Ernährungssouveränität”, “Buen Vivir”, “Klimagerechtigkeit”, “Degrowth” oder “Post-Development” lernen?

In welchen Bereichen muss es auf globaler, nationaler und lokaler Ebene jeweils Veränderungen geben?
… damit überhaupt so etwas wie selbstbestimmte Entwicklung möglich ist?

Wie können Migrant_innen und Geflüchtete in Europa – oder die Diaspora-Communities insgesamt – alternative Entwicklungswege von unten in ihren Herkunftsländern politisch, finanziell und sozial unterstützen?
Und wie können nicht-migrantische Aktivist_innen dabei mitwirken?

Inwieweit führt die Abschottungspolitik der EU dazu, dass genau solche Unterstützungen durch die Diaspora verhindert werden?
… vor allem dadurch, dass es keine Bewegungsfreiheit und somit auch keine zirkuläre Mobilität gibt?

In welche Richtung müssen sich die reichen Industrie- und Schwellenländer entwickeln, wenn es nicht endgültig zum ökologischen (Klima-)Kollaps kommen soll?
… die transnationalen Verbraucherklassen in Nord und Süd eingeschlossen? Konkreter: Inwiefern müssen sich die Ökonomien der reichen Industrieländer ändern bzw. durch andere Wirtschaftsweisen ersetzt werden, damit die Menschen in den seit Jahrhunderten arm gemachten Ländern des globalen Südens Raum für eine selbstbestimmte Entwicklung bekommen?

 

| Unser Awareness Konzept

to be aware = sich bewusst sein, sich informieren, für gewisse Problematiken sensibilisiert sein.
Manche von euch werden sich schon mit Awareness auseinandergesetzt haben, andere lesen vielleicht zum ersten Mal davon. Wir halten es für wichtig, uns alle darüber Gedanken zu machen. Weil wir eine Konferenz gestalten wollten, auf der sich niemand unwohl fühlen sollte, haben wir uns ein Awareness-Konzept gegeben. [mehr…]

Allgemein

Selbstbestimmt und solidarisch! Konferenz zu Migration, Entwicklung und ökologischer Krise.

| 6.-8. Oktober 2017  Leipzig  

Eine Konferenz mit 700 Menschen aus verschiedenen aktivistischen Zusammenhängen – Bewegungsfreiheit, Antirassismus, Landwirtschaft, Degrowth, Klimagerechtigkeit

Was verbindet die Diskussionen über eine gerechte Gestaltung von Migration mit der Bewegung für eine ökologisch und sozial verträgliche Wirtschaftsweise? Wie hängen alternative Konzepte wie „Degrowth“ oder „Post-Development“ mit einer dekolonialen Perspektive auf Fluchtursachen zusammen?

Mit dieser Konferenz wollten wir die Zusammenhänge zwischen Flucht und Migration, selbstbestimmter Entwicklung und ökologischen Krisen aufzeigen. Damit haben wir auf den ersten Blick voneinander unabhängige Fragen verknüpft und in einem größeren Zusammenhang gestellt. Und wir haben mit der Konferenz Brücken zwischen unterschiedlichen Bewegungen geschlagen.

>> Das war das PROGRAMM

 

 


| Mitschnitte und Eindrücke von der Konferenz

Wir haben einige Podiumsdiskussionen & Redebeiträge gefilmt.

Und es gibt eine Galerie mit Fotos vom Konferenzwochenende.

 


| Mit dem Abschluss der Konferenz erscheinen die Themen drängender denn je

Großartig – ungefähr 700 Teilnehmende haben wir das Wochenende über auf der Konferenz gezählt. Vielen Dank an alle, dass ihr mit eurer Teilnahme und der konkreten Unterstützung zum Gelingen der Konferenz beigetragen habt! Das große Interesse hat uns gezeigt, wie wichtig und drängend es ist, an diesen Themen zu arbeiten und uns den Fragen der Konferenz zu stellen. Wir freuen uns über die hohe Teilnehmendenzahl und das große Interesse. Es ist klar, dass wir die Konferenz so nicht für sich stehen lassen können und in irgendeiner Form die Fragen weiter bearbeiten müssen.

Erschüttert sind wir von dem Rassismus in der deutschen Gesellschaft, der uns durch die Gewalt der Leipziger Polizei wieder einmal mehr vor Augen geführt hat, wie wichtig es ist, sich tagtäglich dem institutionellen Rassismus entgegenzustellen. Zu der Konferenz allgemein und insbesondere diesem Vorfall haben wir eine Pressemitteilung veröffentlicht. Bitte verbreitet sie gene weiter.

[Photos: Leon Bischinger]

 

 

Organisiert wurde die Konferenz u.a. von: