Gutes Leben für Alle heißt Sozialismus: Was Degrowth von Corbyn & Co lernen kann

Von Lukas und Max

Degrowth hat sich in den vergangenen Jahren als attraktiv für Menschen erwiesen, die dem bestehenden Wirtschaftssystem gegenüber ein Unwohlsein erfahren, wenn auch meist kaum materielles Leiden. Die wachstumskritische Diskussion kann einen Einstieg in grundsätzlichere Kapitalismuskritik bieten. Bei Degrowth-Konferenzen und in zahllosen kleineren Veranstaltungen werden jedoch die ständig gleichen Diskussionen um die politische Bedeutung individueller Suffizienz und „rebellischer Kaufentscheidungen” geführt, während radikalere Akteur*innen sich von politischen Realitäten losgelöst in die Utopieplanung vertiefen. Während die einen für das Umweltbundesamt kapitalismuskompatible Entkopplungsphantasien entwerfen, leisten die anderen bis zur Erschöpfung Widerstand gegen die Kohleindustrie. So bleibt Wachstumskritik für die allermeisten Menschen realitätsfremd und unattraktiv. Es wird Zeit, wachstumskritische Positionen als Teil einer größeren, linken Vision zu formulieren. Ein solches politisches Projekt muss das Ziel einer global solidarischen, d.h. gerechten und ökologisch nachhaltigen Produktions- und Lebensweise mit konkreten Schritten zur Umsetzung verbinden. Dafür kann und sollte Degrowth einiges von den Bewegungen für einen Demokratischen Sozialismus in Großbritannien um Corbyn und Momentum und den USA um Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez lernen.

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