Blog

Willkommen auf unserem Blog, der die verschiedensten Aspekte und Diskurse rund um unsere Degrowth-Projekte und Konferenzen beleuchtet. So zum Beispiel die Sommerschule zu Klimagerechtigkeit oder die Leipziger Degrowth-Konferenz. Über die verschiedenen Facetten von Degrowth und die wachsende Degrowth-Bewegung informieren wir vor allem auf Englisch. Die deutsche wachstumskritische Debatte findet zu einem großen Teil auf dem  “Blog Postwachstum” des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) statt, mit dem wir zusammenarbeiten. Falls Ihr Anmerkungen habt oder zum Blog beitragen möchten, kontaktiert uns bitte unter blog@degrowth.de.

Um unsere vielen englischen Blogartikel für deutsche Leser attraktiver zu machen, publizieren wir seit Juni 2015 alle Artikel, für die es keine deutsche Entsprechung gibt, auch auf dem deutschen Blog.



Wachstum vorprogrammiert – Der blinde Fleck der Klimaschutzszenarien

Von Kai Kuhnhenn

Am 8. Oktober veröffentlichte der IPCC seinen Sonderbericht über 1,5°C Erwärmung. Aus diesem aktuellen Anlass reposten wir Kai Kuhnhenns kritischen Blogbeitrag zu Klimaschutzszenarien der auf einer längeren Analyse fußt. Im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung hat Kai seine Kritik auch nochmal auf die Szenarien des IPCC zugespitzt, die entsprechende Kurzstudie findet sich hier.

Wir alle benutzen täglich Modelle, um unsere Umwelt zu erklären. Ein Beispiel: Ich gehe davon aus – und bin mir dabei ziemlich sicher –, dass ein Baum wächst, wenn er genug Wasser, Nährstoffe und Sonne bekommt. Ich habe dabei ein simples Modell eines Baumes im Kopf, ohne genau zu verstehen, was in dessen Wurzelwerk, Stamm, Blättern und Zellen so alles passiert.

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Gathering degrowth in the American pluriverse

Von Sam Bliss

“When you told your friends and family you were going to a degrowth gathering, they asked, ‘What is degrowth?’ How did you respond?”

The 2018 degrowUS gathering from September 28-30 2018 in Chicago began with this question. The first day’s thirty-odd attendees wrote their responses on sticky notes as they scraped the last bites of lunch off the dishes the event’s organizers had told them to bring from home.weiterlesen

The Easy Way Out of Rebound Effects

Von Blake Alcott

Environmental protection is needed because we take useful things out of nature and put useless or harmful things back in. The resulting depletion and pollution have reached harmful, unsustainable levels. We know that voluntary behaviour change, led by an elite that encourages, fosters and politely ‘nudges’ the masses, won’t do it. Legislated solutions are needed on the principle of ‘I will if you also have to’.
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Beyond visions and projects: the need for a debate on strategy in the degrowth movement

Von Joe Herbert, Nathan Barlow, Iris Frey, Christoph Ambach, Pietro Cigna

Degrowth: lost in plurality?

There seems to exist a gap in the degrowth discourse around the question of how to move towards a degrowth society. This brings to our attention an important concept – that of strategy. Here, we will use the word ‘strategy’ to refer to how the ends (i.e. a degrowth society) is achieved by the means. Having spent a number of years probing into the degrowth discourse and literature, we found it to be seemingly open to all strategies for pursuing radical transformation towards a socially and ecologically sustainable degrowth society. However, there is little debate on which strategy – or mix of strategies – might be more effective in different contexts (geographical, institutional, sectoral, cultural, etc.). Therefore, we argue that degrowth’s articulation of how the ends can be achieved by the means, can roughly be characterised by a ‘strategic indeterminance’.

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Are European politics compatible with post-growth?

Von Nina Treu, Riccardo Mastini, Joëlle Saey-Volckrick

This and many other questions around European politics were discussed at the first Post-growth conference, which took place at the EU Parliament on September 18 and 19. Hosted by ten Members of the European Parliament (MEPs) from five party families, it attracted around 600 people to Brussels. Through panel (and solely panel) discussions, they engaged in debates around economic models, technology, climate policies, eco-suffiency vs. -effiencieny, basic income, wage bargaining, financial regulation, trade, taxes, money and markets. The debates between members of the European Commission and scientists or NGO representatives were always facilitated by a MEP.weiterlesen

Offener Brief: Europa, es ist Zeit, die Abhängigkeit vom Wirtschaftswachstum zu beenden

Über 238 engagierte Sozial- und Naturwissenschaftler*innen aus den 28 EU-Mitgliedsstaaten appellieren an die EU: Europa, es ist Zeit, die Abhängigkeit vom Wirtschaftswachstum zu beenden. Anlass für diesen offenen Brief, der zeitgleich im Guardian, auf Zeit Online, bei Der Freitag, Liberation, der Wiener Zeitung, Politiken und vielen anderen europäischen Zeitungen veröffentlich wird, ist heute beginnende Post-Growth Konferenz in Brüssel.

In dieser Woche treffen sich Wissenschaftler*innen, Politiker*innen und politische Entscheidungsträger*innen in Brüssel zu einer wegweisenden Konferenz. Ziel dieser Veranstaltung, die von Mitgliedern des Europäischen Parlaments aus fünf verschiedenen Fraktionen sowie Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen organisiert wird, ist es, die Möglichkeiten für eine „Postwachstumsökonomie“ in Europa auszuloten.weiterlesen

Was hat der Kampf um den Hambacher Forst mit Degrowth zu tun?

Von Kai Kuhnhenn & Nina Treu

Degrowth bedeutet eine Abkehr von einem wachstums- und profitorientierten Wirtschaftssystem. Mittels einer sozial-ökologischen Transformation soll ein gutes Leben für alle möglich werden. Das bedeutet: die imperiale Lebensweise des globalen Nordens überwinden, Alternativen aufbauen und positive Erzählungen unserer möglichen Zukunft schaffen. Dazu gehört auch, Widerstand gegen unnütze Großprojekte, Privatisierungen und zerstörerische Unternehmen zu leisten – kurzgesagt gegen den Teil der Wirtschaft, der schrumpfen soll, weil seine negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft in keinem Verhältnis zu seinem Nutzen stehen. 

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Looking back on the 6th International Degrowth Conference for Ecological Sustainability and Social Equity

Von the Degrowth web portal team

Last week, from the 21st until the 25th of August 2018, the 6th International Degrowth Conference for Ecological Sustainability and Social Equity took place in Malmö, Sweden. It was organized by an international group and the newly formed Institutet för nerväxtstudier (Institute for degrowth studies). Around 800 people discussed about “Dialogues in turbulent times”. This article will give you a concise account of the conference and some reviews of selected plenary sessions from the perspective of the blog – team.

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Rezension zu „Anders Wachsen“

Von Felicitas Sommer

Wie kann das Klima gerettet und Wohlstand global verteilt werden? „Anders wachsen!“ ist die Antwort von Autor*innen aus der postwachstumsbewegten Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik in einem Sammelband. „Anders wachsen! Von der Krise der kapitalistischen Wachstumsgesellschaft und Ansätzen einer Transformation“ erschien dieses Jahr im oekom Verlag und wurde herausgegeben von Maximilian Becker und Mathilda Reinicke. Wichtige Brutstätte war dafür die Leipziger Studierendeninitiative Oikos.weiterlesen

At the Intersection of Permaculture and Degrowth

Von Lucie Bardos

Permaculture and degrowth are both movements whose foundational ideas were developed the 70’s, just as the evidence was amassing in the science world to be able to explain the consequences of unchecked growth and human-induced environmental degradation. As such, both movements are reactionary and propose a radical, ethics-based paradigm shift away from the globally dominant culture of over-consumption, towards a systems-based approach to sustainability and regeneration of both the social and ecological spheres.weiterlesen

Elmar Altvater gestorben

„Wer von der Akkumulation des Kapitals nicht reden will, soll zum Wachstum schweigen,“ so einer der vielen prägenden Sätze des Politikwissenschaftlers Elmar Altvater, der am 1. Mai gestorben ist. Als Lehrer, Redner, Autor und kritischer Denker ist sein Werk prägend für die deutschsprachige wachstumskritische Debatte und darüber hinaus. Die Diskussion um Postwachstum und Degrowth hat viel von ihm zu lernen: weiterlesen

Breaking the chains of delusion -Technological progress mythologies and the pitfalls of digitalization

Von Fabian Scheidler

Eine deutsche Version des Textes findet sich hier.

When it comes to technological development, I often hear the words: What can be done will be done – sooner or later. Many people think that technological development follows a path directed by quasi-natural laws that head into one and only one direction – called “progress” – which is: to use more technology, more complex technology, more expensive technology, more powerful technology. Now, if this were true, if everything that is technologically feasible will be done one day, humankind and the planet are finished. The detonation of thousands of nuclear warheads and the unleashing of artificial killer creatures manufactured by synthetic biology would wipe out life on earth. Sooner or later.weiterlesen

„Das ist, wie wenn ein Richter ein Todesurteil fällt, ohne die Akte zu lesen.“ – Interview mit Siemens-Betriebsrat

Von Christopher Laumanns

Ein Interview mit dem Siemens-Betriebsrat Thomas Clauß zu den Plänen des Konzerns, trotz Rekordgewinnen massiv Stellen abzubauen.

2017 verkündete Siemens 6,3 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern. Rund eine Woche später kündigte die Konzernführung an, weltweit rund 6900 Jobs streichen zu wollen. Deutschlandweit sollen 3300 Stellen gestrichen werden, die Werke in Görlitz und Leipzig sollen geschlossen werden. Siemens begründet diese Pläne mit den Anforderungen der Energiewende: die Kraftwerkssparte habe ein Problem. weiterlesen

Happy 10th birthday Degrowth!

Von Federico Demaria

From a provocative activist slogan to an academic concept towards policy making

This year we celebrate the 10th anniversary of the first international degrowth conference in Paris (2008). This event introduced the originally French activist slogan décroissance into the English-speaking world and international academia as degrowth. I want to take stock of the last decade in terms of conferences, publications, training and more recently policy making. I focus only on the academic achievements in English, leaving on the side both activism and intellectual debates in other languages (these are huge, especially in French, Spanish, Italian and German). This is not because I think it is more important, but simply because it is the process in which I have been personally involved.weiterlesen

Hitch-Hiking, Ivan Illich and Degrowth

Von Corinna Burkhart and Oscar Krüger

When hitch-hiking, a certain irony is common: Time and time again, the authors’ of this post have been picked up by drivers who immediately instruct them that hitch-hiking used to work, but now is impossible. That these conversations were taking place at all would appear to contradict this supposed fact. This is not to say that it is always easy. Roads bar access to their sides for pedestrians and seldom provide safe space for cars to pull over if their drivers, pressed for time and travelling at high speeds, would even be able to react to strangers by the roadside. The architecture of the automobile system conspires to eradicate the conditions which make hitch-hiking possible. But thousand of hitchers do manage to find these conditions, and rumours of the demise of their mode of travel are highly exaggerated.weiterlesen