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Bericht von der Degrowth Konferenz in Budapest in 2016.

Aus dem Text: . . . Die eindimensionale Orientierung am Wirtschaftswachstum, welche Degrowth kritisiert, hat sich mit der Globalisierung in den letzten 50 Jahren in nahezu allen Ländern dieser Welt breit gemacht. Gerade die ehemaligen Satellitenstaaten der Sowjetunion wie Ungarn hätten diesem Narrativ viele Jahre aufgesessen, meint Zoltan Pogátsa, ungarischer Politik-Ökonom. „Während des Kommunismus waren die Ungarn sehr neidisch auf die westlichen Gesellschaften. Sie wollten so leben wie sie“, sagt Pogátsa. Auch Köves kennt diese Gedanken noch: „In meinem Kopf war Konsum mit Freiheit verbunden.“

„Das Ende des Kommunismus in Ungarn ist erst 25 Jahre her. Die Menschen hier sind daher weit davon entfernt, die Ära objektiv bewerten zu können“, sagt Köves. „Dennoch wissen wir aus unseren Erfahrungen während des Sozialismus, dass eine bestimmte Art von Gleichberechtigung existieren kann.“ So habe es etwa nur wenig Wettbewerb und keine Arbeitslosigkeit gegeben. Damit hätten die Ungarn Wurzeln, zu denen sie zurückkehren könnten. Doch Köves sieht auch, dass die Angst vor der Wiederkehr des Kommunismus die Möglichkeiten von Degrowth in Ungarn und den umliegenden Ländern einschränkt. . . .