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Aus dem Text: . . . Wie ist es möglich, dass Menschen gut leben und zwar nicht auf Kosten anderer, insbesondere nicht auf Kosten jener, die entfernte Nahe (neue Sozialfigur und –form) sind? Meines Erachtens ist das die ethische Frage des 21. Jahrhunderts. Wie können wir hier in Bremen gut leben, ohne dass dafür Kinder und Frauen in Bangladesch unter erbärmlichsten Bedingungen arbeiten müssen? Die Bearbeitung dieser Frage ist in erster Linie eine politische Aufgabe. Zum neuen Jahr darf man sich ja was wünschen, ich wünschte mir Politiker/innen, die sich dieser Aufgabe realistisch verschrieben und nicht aus Angst vor der nächsten Wahl ihr Anliegen provinzialisieren. Aber dies – wie können wir gut leben, nicht auf Kosten anderer – ist auch eine pädagogische Aufgabe, meines Erachtens, ich spreche als Erziehungswissenschaftler und pathetisch, die pädagogischen Aufgabe des 21. Jahrhunderts. Damit lautet die erste Maxime der Pädagogik des 21. Jahrhunderts also nicht: Wie können wir Humankapital ausbilden? Wie können wir zu Subjekten beitragen, die der mehr und mehr total werden ökonomistischen Logik dienlich sind? Die erste Maxime der Pädagogik des 21. Jahrhunderts ist auch nicht: Welchen Beitrag können wir zur Bewahrung eines partikularen Wir, etwa der Nation oder des Volkes leisten?. . .