Mediathek

Giorgos Kallis im Kontext der Degrowth Konferenz in Budapest 2016 im Interview mit der Taz.

Aus dem Interview: taz: Herr Kallis, Sie glauben an einen globalen Systemwandel. Was macht Sie so sicher?
Giorgos Kallis: Wir betreten eine Ära, in der Wirtschaftswachstum immer schwieriger wird. Das beobachten nicht nur Degrowth-Forscher. Auch Stars der Szene wie der französische Ökonom Thomas Piketty erwartet in den nächsten hundert Jahren kaum noch Wachstum. Gleichzeitig wissen wir, dass wir das Klima irreversibel schädigen. Und dass wir bald die Folgen davon spüren werden. Die Frage ist: Welche Richtung nehmen wir ein? Momentan dominiert die Auffassung, dass wir das Wirtschaftswachstum um jeden Preis retten sollten. Durch Austerität, das Kürzen von Sozialleistungen und durch das Herausquetschen des letzten Rests. Die Degrowth-Gemeinschaft will lieber etwas Neues schaffen.