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Ulrich Brand im Gespräch mit den Kommissionsmitgliedern und Bundestagsabgeordneten Waltraud Wolff (SPD), Sabine Leidig (Die LINKE) und Hermann Ott (Bündnis90/Die Grünen)

Einleitung: Die Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des Bundestages nahm im Januar 2011 ihre Arbeit auf. Die jüngsten Krisen hätten „eine grundlegende Diskussion über gesellschaftlichen Wohlstand, individuelles Wohlergehen und nachhaltige Entwicklung angestoßen. Nicht nur in Deutschland, auch in anderen Industriestaaten gibt es eine Debatte darüber, ob die Orientierung auf das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ausreicht, um Wohlstand, Lebensqualität und gesellschaftlichen Fortschritt angemessen abzubilden.“
Der über 1000-seitige Bericht wurde (mit vielen Sondervoten) im April 2013 präsentiert. Die Opposition hat sich auf den Horizont einer „sozial-ökologischen Transformation“ geeinigt, und einige Kernelemente eines linken Wohlstandsverständnisses aufgezeigt: Beispielsweise Verteilungsfragen auch als solche der Produktion und ihrer demokratischen Gestaltung zu stellen; beim Thema Arbeit und Arbeitspolitik deutlich über die Erwerbsarbeit hinauszugehen und Fragen der Reproduktionsarbeit bzw. der gesellschaftlichen Reproduktion insgesamt stärker in den Blick zu nehmen; ökologische Probleme vor dem Hintergrund kapitalistischer Wachstumszwänge und einer ressourcenintensiven (und deshalb für viele attraktiven) Lebensweise zu thematisieren. Welche Chancen und welche Herausforderungen ergeben sich für die wachstumskritischen Debatten aus dem Bericht der Enquetekommission an den Bundestag?