Art on Degrowth

Auf der Suche nach Alternativen zur Wachstumslogik führen die Wege neben Denk- vor allem durch Erfahrungsräume. Sie führen durch Räume der Experimente und Spiele, an Orte der kritischen Reflektion und des interdisziplinären Austauschs, vorbei an Wagnissen, Provokationen und Irritationen, zu Momenten der Poesie und zu Erfahrungen, die Aufwind verleihen. Im Rahmen des Kunstprogramms Art on Degrowth eröffneten daher mehr als 50 Künstler_innen, Artivist_innen und Kunsttheoretiker_innen in knapp 40 Veranstaltungen Erfahrungs- und Diskursräume: Fotografie wurde zum Werkzeug um im Stadtraum Wachstumslogiken zu stören und mit Methoden des Designs wurde zu energiesuffizienten Lebensweisen geforscht. Spiel wurde Ernst, die Stadt zur Kulisse und das Konferenzgelände zur sozialen Choreographie. Beobachtende wurden zu Performenden, Fassaden zu Kinowänden und ein leerstehendes Haus verwandelte sich in einen Spielort. Künstler_innen und Wissenschaftler_innen erkundeten Möglichkeiten Zusammenarbeit und Aktionsformen an der Schnittstelle von Aktivismus und Kunst wurden ausprobiert und diskutiert.

Hier finden Sie das Kunstprogramm vom Mittwoch, den 3.9., Donnerstag, den 4.9., Freitag, den 5.9. und Samstag, den 6.9..

Wie in Zeiten vergangener Umbrüche stehen Künstler_innen auch heute mit in den vorderen Reihen sozialer Bewegungen und kritischer Positionierung angesichts globaler Krisen. Welche Formen der Verdichtung finden sie, und was erzählen diese über unsere Zeit und über mögliche Zukünfte? Wodurch entfaltet Kunst transformative Kraft? Welche Erwartungen lassen sich angesichts drängenden Handlungsbedarfs an Kunst und Künstler_innen stellen, und an welchen Stellen schleicht sich dabei ein Nutzen-Wirken-Denken ein, das sie instrumentalisiert und ihr Spielraum und Kraft raubt? Wodurch werden die Freiräume und Umwege der Kunst, ihre Abbiegungen und Abschiede vom explizit Politischen zur Chance, und wodurch führen sie zu Realitätsferne oder Hermetik?

Einfache Antworten gibt es keine, und das Feld der Aushandlung ist immer wieder neu abzustecken. Auf der Degrowth-Konferenz versammelten sich künstlerische Arbeiten, die Themen der Konferenz ästhetisch und spielerisch erforschten, die in direkter Aktion Position bezogen, sie diskursiv beleuchteten und sinnlich erfahrbar machten, die Dialoge und Teilhabe ermöglichten und die empowerten. Künstlerische Strategien waren vertreten, die an der Schnittstelle von Aktivismus und Kunst angesiedelt sind, dort, wo die Grenzen zwischen politischer Aktion und künstlerischer Praxis verschwimmen, dort, wo man von „Artivsm“ spricht. Künstlerische Forschungsmethoden wurden angewandt und das Potential transdisziplinärer Forschung stand zur Debatte.

Unser Anliegen war es, Arbeiten zu versammeln, die die Komplexität und Widersprüchlichkeit von Themen erhalten und die dort anrühren und aufrütteln, wo zu häufig gehörte Begriffe und zu oft gesehene Bilder für relevante Phänomene ihre Kraft verlieren. Anliegen waren spannende Dialoge zwischen den Disziplinen und unter den Beteiligten der Konferenz, und Erfahrungen, die Verstand, Körper und Sinne berühren, herausfordern und in Aufruhr bringen.

Bilder und Klänge

[untitled] a space for monsters, ghosts and animals | friendly fire

Der neue Mensch | Ligna

The Waiting Room

Performance-Projekt von und mit Peter Stamer, Diego Agullò, Clément Layes, Dmitry Paranyushkin, Fräulein Bernd, Lukas Bugiel, friendly fire, Sylvia Kadur, Maix Mayer, Anna Pescke, Angelika Waniek, Laris Hemken, Beide Messies

Available for sale | Julian Röder

You are here – Ein achtsamer Spaziergang durch den Konsum | Diana Wesser

Das Spiel | Hannah Baumann, Mirjam Hildbrand

TAF-Photographic Action Workshop | Oriana Elicabe / Enmedio

Ideenreich ressourcenleicht – Design Workshop | Miriam Lahusen, Sirkka Jacobsen

Kurzfilmwanderung

Installationen

Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi

Metamorphosen | Pablo Paolo Kilian