Freitag 19:00 Uhr

19.00-21.00: Eröffnung: Kritische Perspektiven auf Migration, Entwicklung und ökologische Krise

Boniface Mabanza (Koordinator der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika) & Freweyni Habtemariam (Eritrean Initiative for Dialogue and Cooperation e.V.)
Moderation: Riadh Ben Ammar (Afrique-Europe-Interact/Theater für Bewegungsfreiheit) & Dora Sandrine Koungoyo Ndedi (Corasol/Magazin “Stimme”)
Ort: Saal May Ayim // gedolmetscht in DE–FR–EN

Als Grundlage für die Diskussionen der kommenden zwei Tage unternehmen Boniface Mabanza und Freweyni Habtemariam eine Bestandsaufnahme zum Zusammenhang von Migration, Entwicklung und ökologischer Krise. Boniface Mabanza führt in die historisch gewachsenen und zentral mit kolonialer Herrschaft verbundenen weltwirtschaftlichen Strukturen und Prozesse ein, die Ungleichheit zementieren, ökologische Zerstörung befördern und selbstbestimmte Entwicklung verhindern. Freweyni Habtemariam skizziert, insbesondere am Beispiel Eritrea, den Zusammenhang zwischen der Entwicklungspolitik eines autoritären Regimes mit deren dramatischen sozialen und ökologischen Folgen und den gravierenden Menschenrechtsverletzungen, die die Menschen zur Flucht zwingen, sowie den Bestrebungen europäischer Länder, u.a. durch Grenzverschärfungen in Afrika Migration zu erschweren. Auch berührt ihre Einführung vielfältige Herausforderungen, die sich Geflüchteten, einmal in Europa bzw. Deutschland angekommen, stellen. Des Weiteren geht es darum, unter welchen Bedingungen Geflüchtete den Kontakt zu ihrem Herkunftsland aufrechterhalten und welche Rolle Entwicklungsfragen dabei spielen. Von diesen Einführungen erhoffen wir uns wertvolle Inspirationen für die anschließenden Debatten.

Boniface Mabanza ist in der Demokratischen Republik Kongo unter der Militärdiktatur Mobutus geboren und studierte und promovierte in Kinshasa und Münster. Er ist unter anderem in der Kampagne gegen die EPA-Freihandelsabkommen aktiv und arbeitet als Koordinator der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika in der Werkstatt Ökonomie in Heidelberg.

Freweyni Habtemariam ist Dipl. Germanistin/Anglistin, stellvertretende Vorsitzende der Eritrean Initiative for Dialogue and Cooperation e.V. und beeidigte Dolmetscherin und Übersetzerin.

 

21.30-22.30: Theaterstück „Fear and the City“ vom Club Al-Hakawati

Ort: Saal May Ayim

Guernica Reloaded: Der deutsche Soldat erblickte eine verkleinerte Reproduktion der Guernica und fragte: “Haben Sie das gemacht?” Picasso antwortete: “Nein, Sie!” Von Guernica über Aleppo nach Berlin: „Fear and the City“ sind Geschichten von einer Stadt, die jede Stadt sein könnte, die im Laufe ihrer Geschichte komplett zerstört wurde. Die Überlebenden erzählen Geschichten von Kämpfen und Flucht und wie sie den Krieg tagtäglich erleb(t)en.

Der Club Al Hakawati ist eine selbstorganisierte Theatergruppe aus Geflüchteten und Nicht-Geflüchteten. Durch Theater und andere Arten von Kunst kämpfen wir gegen jede Art von Rassismus, Diskriminierung und Sexismus. Wir kämpfen für Menschenrechte, Bewegungsfreiheit und Kulturelle Vielfalt. Wir kommen aus verschiedenen Teilen der Welt und sind offen für alle Menschen. Wir sind ein kreatives Kollektiv, eine Community, bei der jedes Mitglied wichtig ist. In unseren Stücken reproduzieren wir Erlebtes und Erzähltes aus unseren Ländern. Wir haben Hoffnungen, Träume und großartige Ziele, die wir gemeinsam erreichen wollen und werden.