Workshop-Phase 2

Okzidentalisierung und Entwicklung: Was sind die Herausforderungen für Afrika?

Dora Sandrine Koungoyo Ndedi, Rodrigue Péguy Takou Ndie, Ekanga Ekanga Claude Wilfried  
Ort: Saal May Ayim // FR (gedolmetscht in DE–FR–EN)

 Der Westen spielt nach wie vor eine wesentliche Rolle dabei, wie sich Afrika entwickelt. Diese Rolle beruht auf dem Bestreben der westlichen Staaten, Afrika für immer für sich zu vereinnahmen. Das geschieht, indem diesen Gesellschaften ein Entwicklungsmodell auferlegt wird, das in jeglicher Hinsicht eine Kopie des westlichen Systems ist. Diese umfassende Okzidentalisierung Afrikas hat seine Anfänge bereits in den dunklen Jahren des Kolonialismus. Sie zieht sich bis heute durch Strukturanpassungsprogramme, Formen von „Entwicklungshilfe“ und die Durchsetzung eines westlichen Regierungssystems. In unserem Workshop möchten wir uns mit dem Phänomen der Okzidentalisierung in all ihren Dimensionen auseinandersetzen. Wir möchten deren Folgen sowohl in Afrika als auch in der Welt aufdecken, indem wir den Zusammenhang zwischen Okzidentalisierung und den afrikanischen Regierungen, Bürgerkriegen, Akkulturationsprozessen, Entwicklung und Migration sowie den ungleichen wirtschaftlichen Verhältnissen sichtbar machen. Wie kann Afrika, dazu verdammt in Abhängigkeit zum Westen zu stehen, von dieser Okzidentalisierung profitieren, ohne sich komplett von ihr vereinnahmen zu lassen?

Dora Sandrine Koungoyo Ndedi ist Informatikerin und lebt in Potsdam. Sie ist in unterschiedlichen Gruppen in Berlin aktiv und Gründerin des Magazins „Stimme“. Sie beschäftigt sich vor allem mit den Kämpfen für die Rechte von Frauen und die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen in Deutschland und Kamerun.
Rodrigue Péguy Takou Ndie stammt aus Kamerun. Er floh 2013 nach der Veröffentlichung eines kritischen Romans über Jugendarbeitslosigkeit nach Deutschland. 2015 veröffentlichte er in Frankreich ein Buch über den deutschen Kolonialismus im heutigen Kamerun, Anfang 2018 erscheint auf Deutsch sein Roman über das Lagerleben von Geflüchteten in Deutschland. Er ist unter anderem bei Afrique-Europe-Interact aktiv.
Ekanga Ekanga Claude Wilfried schloss 2008 sein Hochschulstudium in Yaoundé, Kamerun ab und studiert seit 2010 in Frankfurt Politikwissenschaften. Neben einem Gedichtband („Des Afriques et des vers“) schreibt er für die kamerunische Onlinezeitung camersenat.info und hält Vorträge zu neokolonialen Verstrickungen der Währung FCFA und des afrikanischen Bildungssystems.


 

Auf der Flucht vor dem Klima – klimabedingte Migration und Flucht im internationalen Kontext

Sophia Wirsching (Brot für die Welt) & Oscar Choque (Fachpromotor für Rohstoffmärkte, Entwicklungen und Migrationsbewegungen – Sachsen)
Ort: Foyer Ken Saro-Wiwa // DE (gedolmetscht in DE–FR–EN)

Der Klimawandel ist keine isolierte Fluchtursache, trägt aber als starker Risikomultiplikator dazu bei, dass Menschen aufgrund seiner Folgen ihre Heimat verlassen müssen. Betroffen sind in der Regel die Länder des Globalen Südens, die ohnehin nur geringe Anpassungskapazitäten haben. Gerade vor dem Hintergrund der historisch bedingten Verantwortung der Länder des Globalen Nordens muss dies geändert und, in Zusammenhang mit den Diskussionen über klimabedingte Schäden und Verluste, auch über klimabedingte Migration und Flucht intensiver gesprochen werden. Wie können Menschen, die aufgrund von Umweltfaktoren migrieren müssen, rechtlichen Schutz erfahren? Welche Lösungsansätze existieren im Globalen Süden und welche Verantwortung trägt der Globale Norden? Welche Rolle spielt dabei der internationale Klimaschutz in der Zeit nach der COP 21 von Paris zur Bekämpfung und Eindämmung ökologischer Krisen?

Sophia Wirsching ist seit 2009 als Referentin für Migration und Entwicklung für Brot für die Welt tätig. In enger Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen engagiert sie sich für bessere Lebensbedingungen. Sie setzt sich in ihrer Arbeit gegen Menschenrechtsverletzungen und Fluchtgründe wie Gewalt, Armut und die Folgen des Klimawandels ein. Zu ihren Tätigkeiten zählt ebenfalls, den Menschenrechtsschutz für Migrantinnen und Migranten in Transit- und Zielländern zu verbessern.
Oscar Choque ist Fachpromotor für Rohstoffmärkte, Entwicklungen und Migrationsbewegungen – Sachsen. Er ist aktiv bei Ayni Verein für Ressourcengerechtigkeit e. V. im Umweltzentrum Dresden. Er arbeitet mit Schüler*innen, Lehrer*innen, Student*innen und Multiplikator*innen zu den Zusammenhängen zwischen Rohstoffkonsum, Rohstoffabbau und den damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen.


 

Wie Migrant_innen durch Geldüberweisungen und anderes zur selbstbestimmten Entwicklung von unten beitragen 

Alassane Dicko, Abbas Diallo, Conny Gunßer und andere (alle Afrique-Europe-Interact)
Ort: Salon Lilian Masediba Ngoyi // DE–FR (gedolmetscht in DE–FR–EN)

Geldüberweisungen von Migrant_innen machen ein Vielfaches der internationalen „Entwicklungshilfe“ aus und sind ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für viele Länder des Südens. So haben im Jahr 2012 Migrant_innen aus dem Senegal 1,4 Milliarden US-Dollar an ihre Familien geschickt, was 11,4 Prozent des Bruttoinlandprodukts ausmacht. Wenn diese Beträge durch die repressive EU-Migrationspolitik wegbrechen, ist das u.a. dramatisch für Ernährung, Gesundheitsversorgung und Schulbildung, wofür die Rücküberweisungen von den Familien meist verwendet werden. Gleichzeitig sollte aber auch nicht aus dem Blick geraten, dass die Rücküberweisungen für viele afrikanische Regierungen eine willkommene Möglichkeit darstellen, die Löcher im Staatshaushalt zu stopfen, die durch Korruption, Misswirtschaft und neoliberale IWF-Strukturanpassungsprogramme entstanden sind. In dem Workshop sollen anhand konkreter Beispiele die unterschiedlichen Aspekte von Rücküberweisungen diskutiert werden. Hierzu gehört auch der enorme Druck, dem viele Migrant_innen seitens ihrer Familien ausgesetzt sind, vor allem wenn sich Letztere in Notsituationen befinden.

Alassane Dicko ist ausgebildeter Informatiker. 2006 wurde er aus der Elfenbeinküste nach Mali vertrieben, woher seine Eltern ursprünglich stammten. In Bamako hat er die Assoziation der Abgeschobenen (AME) mit aufgebaut, seit 2010 ist er Pressesprecher der malischen Sektion von Afrique-Europe-Interact.
Abbas Diallo ist als Geflüchteter aus Mali nach Europa gekommen. Inzwischen macht er in Sachsen-Anhalt eine Ausbildung und ist bei Afrique-Europe-Interact aktiv.
Conni Gunßer ist bereits seit vielen Jahren in unterschiedlichen antirassistischen Netzwerken dabei. Heute ist sie vor allem bei Lampedusa in Hamburg, beim Hamburger Flüchtlingsrat, beim Watch The Med Alarmphone und bei Afrique-Europe-Interact aktiv.


 

Agrarindustrie contra kleinbäuerliche Landwirtschaft

Victor Nzuzi (Via Campesina Kongo) & Julianna Fehlinger (Via Campesina Österreich)
Ort: Mekatilili wa Menza // DE–FR (gedolmetscht in DE–FR–EN)

Rund um den Globus steht die kleinbäuerliche Landwirtschaft bereits seit langem unter Druck. In den Ländern des Südens waren es insbesondere die Strukturanpassungsprogramme von IWF, Weltbank und Co, die seit Anfang der 1980er Jahre durch erzwungene Marktöffnungen, Privatisierungen, Streichung von Subventionen etc. die ohnehin äußerst prekären Verhältnisse auf dem Land massiv verschlechtert und somit (selbstbestimmte) bäuerliche Entwicklungsperspektiven eingeschränkt haben. Hinzu kommen neuere, nicht weniger dramatische Entwicklungen, insbesondere Landgrabbing, Investitionsstrategien von Agrobusiness-Konzernen, neoliberale Freihandelsabkommen und der Klimawandel. Was das konkret heißt, soll in dem Workshop vor allem am Beispiel der Demokratischen Republik Kongo diskutiert werden. Dabei soll es auch darum gehen, wie bäuerliche bzw. soziale Bewegungen in Europa kleinbäuerliche Kämpfe im globalen Süden unterstützen können – unter anderem mit Blick auf Landkämpfe.

Victor Nzuzi ist einer der bekanntesten Globalisierungskritiker_innen in der Demokratischen Republik Kongo. Er ist Erdnussbauer und als Mitglied von Via Campesina vor allem in kleinbäuerlichen Kämpfen aktiv. Er hat eine eigene Radiosendung, zudem ist er regelmäßig an Film- und Fernsehproduktionen beteiligt, bei denen es um Korruption, Verschuldung, Klimawandel, Migration etc. geht. 2008 war Victor Nzuzi beim Klima-/Migrationscamp in Hamburg dabei und 2011 hat er an der Bamako-Dakar-Karawane teilgenommen, aus der das transnationale Netzwerk Afrique-Europe-Interact hervorgegangen ist.

Julianna Fehlinger ist Geschäftsführerin der österreichischen Berg- und Kleinbäuerinnen Vereinigung. Sie ist Aktivistin bei AgrarAttac und bei Via Campesina. Seit Anfang 2014 lebt sie mit zwei Frauen auf einem gemeinschaftlich geführten Hof in Oberösterreich. Sie ist auch als Bäuerin aktiv in der Bewegung für Ernährungssouveränität.


 

Verwicklung anerkennen – Entwicklung zurückweisen – Abwicklung organisieren 

Daniel Bendix (glokal und Universität Jena, Berlin) & Aram Ziai (Universität Kassel und kassel postkolonial)
Ort: Studio Frantz Fanon // DE (gedolmetscht in DE–FR–EN)

Der Westen sieht sich gern als Zentrum der Vernunft, des Erfindungsreichtums und der Menschenrechte. Das haben antikoloniale Kritiker*innen immer schon als scheinheilig enthüllt: Mit den Worten Frantz Fanons sind „der Wohlstand und der Fortschritt Europas mit dem Schweiß und den Leichen der Kolonisierten errichtet worden“. Dieser Workshop führt in die kolonialen Verwicklungen ein, die das Fundament von „Entwicklung“ und „Unterentwicklung“ bilden. Dann beschäftigen wir uns mit der grundsätzlichen Kritik an Entwicklungspolitik und -hilfe („Post-Development“), die diese als rassistisch, paternalistisch und autoritär ablehnt. Zum Abschluss wollen wir die alternative Idee der „Abwicklung“ diskutieren. Danach muss die ökonomische und militärische Macht im Globalen Norden verringert werden und die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen selbst sichergestellt werden, damit Gesellschaften in den ehemals kolonisierten Weltgegenden selbstbestimmte Wege gehen können.

Daniel Bendix ist Fellow am Kolleg Postwachstumsgesellschaften der Universität Jena, bei glokal aktiv und beschäftigt sich mit kolonialer Macht in der Entwicklungspolitik, Rassismus in Deutschland und Kritik von Bevölkerungspolitik.

Aram Ziai arbeitet im Fachgebiet Entwicklungspolitik und Postkoloniale Studien an der Universität Kassel. Er lebt in der Nähe von Aachen, ist Mitglied der Bundeskoordination Internationalismus, engagiert sich bei kassel postkolonial und forscht zu Post-Development und zur Weltbank.


 

Der Global Compact for Migration als koloniale Herrschaft über die Mobilität von Menschen

Claudio Feliziani (Filmemacher, Berlin)
Ort: Loge Thomas Sankara // EN (gedolmetscht in DE–FR–EN)

Was bedeutet es, sichere Wege der Migration zu schaffen, die nicht den selektiven Einwanderungsregelungen der Interessen von Ländern im Globalen Norden entsprechen? Wie geordnet verläuft die „freiwillige Rückkehr“ von Menschen in Haft? In diesem Workshop diskutieren wir den „Global Compact for Safe, Orderly and Regular Migration“. Er beinhaltet die Anwerbung von Nichtregierungs- und zivilgesellschaftlichen Organisationen, um einen „Konsens der Zivilgesellschaft“ herzustellen, der allerdings dem kolonialen Muster von Migration entspricht. Allen voran wiederholen Deutschland und die EU-Doktrin folgendes Muster: Den einzigen, denen ermöglicht wird die Grenze zu überqueren, sind Geflüchtete nach der Genfer Konvention von 1951; „Wirtschaftsflüchtlinge“ werden abgehalten oder abgeschoben.

Claudio Feliziani ist Filmemacher, Aktivist und unabhängiger Forscher. Fast zehn Jahre lang hat er sich in der Selbstorganisierung von Geflüchteten und Migrant_innen in Deutschland engagiert. Aktuell arbeitet er zur deutschen und europäischen Grenzpolitik.


 

Vom Leben auf Kosten anderer zu globaler Solidarität: Wachstumskritik, Degrowth und alternative Wirtschaftsweisen im globalen Norden

Miriam Lang (Universidad Andina Simón Bolívar, Quito), Nina Treu (Konzeptwerk Neue Ökonomie, Leipzig) & Matthias Schmelzer (Konzeptwerk Neue Ökonomie, Leipzig)
Ort: Emiliano Zapata // DE (gedolmetscht in DE–FR–EN)

Kapitalismus, Kolonialismus und ökologische Zerstörung bewirken, dass Menschen im globalen Norden – in den reichen Gesellschaften – auf Kosten anderer leben. Dabei leiden diejenigen, die am wenigsten zu den Problemen wie beispielsweise Klimawandel beigetragen haben, am meisten unter den Folgen (Verwüstung, Extremwetter). Die Kosten für den hohen Lebensstandard einiger werden in Form von Ausbeutung, Naturzerstörung, Industrieunfällen in den globalen Süden ausgelagert (externalisiert). Und das ist kein Zufall: Kapitalismus braucht kontinuierliches Wirtschaftswachstum. Aber unendliches Wachstum ist auf einem endlichen Planeten nicht möglich. Was bedeutet das konkret für die Diskussion um Fluchtursachen? Wie sehen Alternativen für die Länder des globalen Nordens aus, die nicht darauf basieren, woanders Zerstörung und Flucht zu verursachen? Muss dafür das Wachstums- und Entwicklungsparadigma überwunden werden? Können Vorschläge wie Postwachstum oder Degrowth, die in den letzten Jahren von mehr und mehr sozialen Bewegungen aufgegriffen wurden, dazu etwas beitragen?

Miriam Lang ist Dozentin für soziale und globale Studien an der Universidad Andina Simón Bolívar in Quito, Ecuador. In den neunziger Jahren war sie in der antirassistischen Bewegung aktiv und hat das Büro für medizinische Flüchtlingshilfe in Berlin mitgegründet.

Nina Treu arbeitet beim Konzeptwerk Neue Ökonomie. Sie ist Mitherausgeberin von “Degrowth in Bewegung(en)”, wo u.a. flucht- und migrationspolitische Kämpfe und Degrowth zusammengedacht werden.

Matthias Schmelzer arbeitet beim Konzeptwerk Neue Ökonomie und ist Permanent Fellow beim Kolleg Postwachstumsgesellschaften der Uni Jena. Er arbeitet zur Funktionsweise und Geschichte von und Alternativen zu Kapitalismus.


 

Fluchtursachen, Fluchterfahrung und Bestandsaufnahme des Lebens von Eritreer*innen in Deutschland

Freweyni Habtemariam (Eritrean Initiative for Dialogue and Cooperation e.V.)
Ort: Casablanca (Josephstr. 12) // Deutsch und Tigrinya

In Tigrigna

Dieser Workshop richtet sich sowohl an Geflüchtete aus Eritrea als auch an haupt- und ehrenamtlich engagierte Menschen. Im ersten Teil des Workshops wird es darum gehen, wichtige Fragen und Themen zusammenzutragen, die Geflüchtete sowie haupt- und ehrenamtliche Helfer/innen bewegen. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen zum Leben in Deutschland. Im zweiten Teil soll es einen Austausch zwischen beiden Gruppen geben und es soll an Lösungsansätzen gearbeitet werden. Ziel des Workshops ist es, zur Selbstorganisation zu ermutigen und Selbsthilfe zu mobilisieren sowie durch Vernetzung und Kooperation zu einer Integration beizutragen. Der Workshop findet auf Deutsch und Tigrinya statt.

Freweyni Habtemariam ist Dipl. Germanistin/Anglistin, stellvertretende Vorsitzende der Eritrean Initiative for Dialogue and Cooperation e.V. und beeidigte Dolmetscherin und Übersetzerin.


 

Film: Revolution mit bloßen Händen. La trajectoire d’un peuple. Le Burkina Faso (Ouagadougou/Wien 2016, 71 Minuten),

Dokumentation von Moussa Ouédraogo & Hans-Georg Eberl
Gespräch mit Hamado Dipama (AK Panafrikanismus, München) & Hans-Georg Eberl (AEI, Wien)
Ort: Lottas Kaufladen (Erich-Köhn-Str. 68) // Französisch/Morée mit deutschen Untertiteln

„Revolution mit bloßen Händen. Le trajectoire d’un peuple. Le Burkina Faso” ist ein filmisches Dokument der Erinnerung an den Aufstand der Bevölkerung am 30. und 31. Oktober 2014 in Burkina Faso, der den Sturz des diktatorischen Regimes von Blaise Compaoré herbeigeführt hat. Der Film nähert sich unterschiedlichen Protagonist_innen des Aufstandes an und besucht symbolkräftige Orte des Geschehens. Er stellt die Frage nach den Motivationen, d.h. was der Aufstand mit den katastrophalen Lebensbedingungen der Bevölkerung sowie ihren Erinnerungen an vorausgegangene Kämpfe der letzten Jahrzehnte zu tun hat. Die Erzählungen beteiligter Personen zeugen davon, wie Frauen, Männer und Jugendliche sich ohne Waffen zu einem Nein gegen ein diktatorisches und militarisiertes Regime erhoben haben, in der Überzeugung, dass eine entschlossene Bevölkerung im Stande ist, gegen jede noch so große Übermacht zu siegen. Darüber hinaus fragt der Film nach den Hoffnungen und Erwartungen der verschiedenen Protagonist_innen des Aufstands bezüglich einer zukünftigen Gesellschaft.

Hamado Dipama ist 2002 aus Burkina Faso nach Deutschland geflohen und lebte neun Jahre lang mit dem Status der Duldung. Seit 2007 ist er Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats. Er ist Gründer des Arbeitskreises Panafrikanismus München e.V., sowie Mitbegründer und Stellv. Vorsitzender des Zentralrats der afrikanischen Gemeinde in Deutschland.

Hans Georg Eberl war lange Mitglied bei der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und Migrant_innen in München. Er lebt in Wien, ist Filmemacher und aktiv bei Afrique-Europe-Interact. In diesem Rahmen hält er sich regelmäßig in Togo, Burkina Faso und Mali auf.