Was war besonders an der Degrowth-Konferenz?

Wir haben versucht eine Konferenz zu organisieren, die der Degrowth-Idee entspricht:

Basisdemokratie und Geschlechtergerechtigkeit

> Als Organisationsgruppe haben wir Entscheidungen basisdemokratisch und im Konsens getroffen. Dabei haben wir uns auch Zeit für das Wohlergehen aller in der Gruppe genommen.
> Wir haben versucht, Verantwortlichkeiten geschlechtergerecht aufzuteilen. So hatten wir beispielsweise eine Hauptkoordinatorin und einen -koordinator sowie eine Pressesprecherin und einen -sprecher.
> Wir waren bemüht um eine gendersensible Schreibweise in all unseren Dokumenten.
> Wir haben auf eine Balance unserer geladenen Sprecher_innen hinsichtlich Gender und Perspektive geachtet: Es war uns wichtig, dass verschiedene Blickwinkel auf das Konzept von Degrowth auf der Konferenz zu hören sind, insbesondere auch aus dem globalem Süden.

Freier Zugang zu Wissen

> Die Räume der Universität Leipzig und das Werk 2 (Abschlussveranstaltung) sind barrierefrei.
> Der ab 15€ frei wählbare Teilnahmebeitrag sollte allen Menschen die Teilnahme an der Konferenz ermöglichen – unabhängig von ihrem Geldbeutel.
> Die Konferenz wurde teilweise auf Deutsch, Englisch und einer romanischen Sprache verdolmetscht, um möglichst vielen Menschen das Verständnis zu ermöglichen.
> Durch Live-Streaming möglichst vieler Veranstaltungen konnten auch Menschen an der Konferenz teilnehmen, die nicht nach Leipzig kommen konnten.
> Schon vor der Konferenz war klar, dass die Inhalte der Konferenz, mit zahlreichen Videos und Textbeiträgen, über die Website (jetzt Degrowth Webportal) als umfangreiches Archiv bestehen bleiben.

 Nicht-Kommerzialität

> Mit der Konferenz ist und sollte kein Gewinn erwirtschaftet werden.
> Wo möglich, haben wir auf nicht-kommerzielle und wenig ressourcenintensive Lösungen zurückgegriffen. Der Organisationskreis traf sich beispielsweise in lokalen Hausprojekten und während der Konferenz gab es neben Betten in Hotels und Hostels auch Privatquartiere bei Leipziger_innen und einen Campingplatz.

Finanzen

> Die Teilnahmer_innen-Gebühren wurden mittels des Bezahldiensts Fairbill, der möglichst ökologisch und transparent wirtschaftet, überwiesen
> Alle weiteren Transaktionen liefen über Konten bei der Genossenschaftsbank GLS.

Partner_innen und Unterstützer_innen

> Wir haben kein Geld von gewinnorientierten Unternehmen oder solchen Organisationen angenommen, die in Verbindung mit fossilen und kapitalintensiven Produktionsmethoden stehen.
> Das Handeln von Partner- und Unterstützerorganisationen muss solidarischen, ökologischen und emanzipatorischen Zielen folgen.

Essen auf der Konferenz

> Auf der Konferenz haben wir veganes, biologisches, saisonales und regionales Essen angeboten – welches von nicht-kommerziellen Küchenkollektiven gekocht wurde. Einen Großteil des Gemüses haben wir außerdem von der lokalen Gemüsekooperative Rote Beete bezogen.

Transport

> Wo möglich, haben wir lange Anreisewege vermieden oder vergleichsweise umweltfreundliche Reisemittel gewählt. Beispielsweise wurden viele Vorträge auf unserer Webseite per Video übertragen, im Konferenzbeitrag war die Nutzung von Bus und Tram innerhalb Leipzigs enthalten und während der Konferenz konnten die Teilnehmenden ein Fahrradleihsystem für den Preis von einem Euro nutzen.
> Wir haben auch versucht die Teilnehmenden der Konferenz zu ermutigen, möglichst umweltfreundlich anzureisen. Es gab beispielsweise mehrere Fahrradtouren zur Konferenz, denen sich noch Menschen anschließen konnten.
> Die CO2-Emissionen der Reisen zur Konferenz wurden von der Selbach-Umwelt-Stiftung ausgeglichen und bezahlt. Dafür wurden die Teilnehmenden bereits bei der Registrierung gefragt, wie und woher sie anreisen.

Kinderfreundlichkeit

> Um Menschen mit Kindern die Teilnahme an der Konferenz und somit die Teilhabe am politischen Prozess zu ermöglichen, haben wir eine ganztägige Kinderbetreuung angeboten. Auch bei unseren Vorbereitungstreffen hatten wir eine Kinderbetreuung, da einige junge Eltern an der Konferenzorganisation beteiligt waren.

Druck und Informationstechnologie (IT)

> Unsere Drucksachen wurden bei hinkelsteindruck in Berlin gedruckt, einer Kollektivdruckerei mit feministischem und ökologischem Anspruch. Wir haben versucht, sparsam mit Drucksachen umzugehen. So haben wir z.B. unsere Flyer im Lesezeichenformat gedruckt, damit sie auch über die Konferenz hinaus Verwendung finden.
> Unser IT-Bedarf wurde von about:source umgesetzt, einem Kollektivunternehmen aus Leipzig, dessen Server mit Ökostrom laufen. Unsere Website basiert auf der Open Source-Technologie von WordPress, unsere interne Kommunikation läuft über die Open Source-Plattform co-munity, welche vom IT-Kollektiv ecobytes entwickelt wird. Die verwendeten Schriften sind Open Fonts.