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Interview mit Haris Konstantatos im Rahmen der Degrowth Konferenz 2014 in Leipzig.

Aus dem Interview: . . . Die Analyse mit der mehrheitlichen Zustimmung in Syriza lautet, daß die Tatsache, daß die EU sich in neoliberale Richtung bewegt, eine Frage des Verhältnisses der politischen Kräfte in den EU-Ländern selbst und in der EU als ganzes ist. Es ist strukturell verankert, hat aber zur gleichen Zeit mit dem politischen Kräfteverhältnis zu tun. Wir sind nicht der Meinung, daß es nationale Lösungen für internationale Probleme geben kann. Die Krise ist global, die Krise ist strukturell. Wir verstehen Europa als potentielles Feld der Auseinandersetzung, aber auch als Feld der Solidarität. Wir würden keine nationalistischen Lösungen begrüßen, weil das hieße, daß zum Beispiel die griechischen Arbeiter mit den italienischen Arbeitern konkurrieren würden und diese wiederum mit den spanischen Arbeitern. Das würde uns in eine Situation wie vor dem Ersten Weltkrieg zurückwerfen. Das könnte geschehen, weil die dominanten Kräfte in der EU nicht verstehen, daß sie es sind, die Europa zerstören. Sie sorgen dafür, daß die Menschen zunehmend EU-skeptisch werden, sie sorgen dafür, daß sich die Menschen gegen die EU-Idee wenden, weil die Menschen die EU nicht mehr als einen positiven Einfluß auf ihr alltägliches Leben sehen. Aber es ist aus unserer Sicht keine Lösung, aus der EU auszusteigen. Wir sind der Überzeugung, daß die beste Interventionsarena und -ebene die internationale ist und dabei hauptsächlich die EU-Ebene. Wir glauben nicht an nationalistische Lösungen.

Interview/067 aus der Rubrik “Bürger/Gesellschaft” > “Report” von der Zeitung Schattenblick

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