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Zusammenfassung: In Europa und Lateinamerika gibt es zwei Diskussionsstränge, in denen aktuell und prominent Kritiken an vorherrschenden Entwicklungen wie auch Alternativen verdichtet werden und die künftig orientierend wirken könnten. Die Diskussion um Degrowth in Süd- und Westeuropa und jene um Post-Extraktivismus in Lateinamerika. Erstaunlicherweise werden bislang die beiden Perspektiven kaum aufeinander bezogen. Doch, so die Annahme des vorliegenden Working Papers, die Realisierungschancen einer Degrowth-Perspektive und Alternativen zum Ressourcen-Extraktivismus werden ganz entscheidend davon abhängen, auch die internationalen politischen, sozio-ökonomischen und kulturellen Verhältnisse zu verändern. In dem Text werden die unterschiedlichen zeitgeschichtlichen Kontexte in beiden Regionen skizziert, dann die Kernelemente von Degrowth und Post-Extraktivismus in notwendig knapper Form vorgestellt und daran anschließend die beiden Perspektiven miteinander „ins Gespräch“ gebracht. Damit sollen die jeweiligen Stärken und Schwächen erhellt und weitere Diskussionen wie auch Präzisierungen angeregt werden. Der letzte Abschnitt formuliert offene Fragen an beide Diskussionsstränge.

Abstract: There are at the moment two lines of discussion in Europe and Latin America in which current and prominent critiques of the dominant developments and alternatives are condensed and which could come to function as future orientation: the discussion on degrowth in Southern and Western Europe and the one on post-extractivism in Latin America. Surprisingly, the two perspectives are hardly ever related with one another. But the chances of realizing a degrowth perspective as well as alternatives to extractivism will very much depend on changing international political, socio-economic and cultural conditions. The text outlines the different contemporary historical contexts in both regions, briefly introduces the main elements of degrowth and post-extractivism and intends to make both perspectives resonant with each other. This way, the paper wants to highlight the strengths and weaknesses of each perspective and to enable further discussion and precisions. The last part formulates open questions for both lines of discussion.

Working Paper 5/2015 der DFG-KollegforscherInnengruppe Postwachstumsgesellschaften