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Die Euphorien sind verflogen. Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts, der Jahrzehnte lang die politischen und wirtschaftlichen Mächte der Welt in Konfrontation zueinander gefangen hielt, keimten Hoffnungen auf, dass nunmehr eine Entwicklung der Zusammenarbeit und des Friedens auf der Erde einkehren würde. Auch in der sich immer interdependenter und entgrenzender entwickelnden Welt, in der nationale Egoismen keine Chance mehr haben sollten und an deren Stelle die globalen Visionen der Gerechtigkeit und der Menschenrechte endlich den erstrebten „ewigen Frieden“ einläuten würden, hat die globale, insbesondere die ökonomische Entwicklung, den Menschen auf der Erde nicht das Wohl gebracht. Entgrenzung wurde zur Maßlosigkeit auf den Gebieten der Wirtschaft, der Ausplünderung und Knechtschaft, der Kriminalität. Der „Raubtierkapitalismus“ (vgl. dazu: Peter Jüngst, „Raubtierkapitalismus“ Globalisierung, psychosoziale Destabilisierung und territoriale Konflikte, Psychosozial-Verlag / Haland & Wirth, Gießen 2004) hat die Illusionen einer neuen Werte- und Ethik-Diskussion hinweg gefegt und dafür Terrorismus, Gewalt und Unmenschlichkeit etabliert. Die „Globalisierungsmacher“ als die „neuen Herren der Schöpfung“ (siehe: Nicola Liebert, Barbara Bauer, Die Globalisierungsmacher, taz-Verlag, Berlin 2007) haben die Welt unter sich aufgeteilt, die Privatisierung, Kommerzialisierung und Kriminalisierung auf der Erde schreitet voran (siehe dazu: Matthias Lutz-Bachmann / Andreas Niederberger) und die Konfrontationen haben sich auf die Trennungslinien West-Süd verlagert.
(Rezension von Joe Schnurer)

ISBN 978-3-570-50090-3