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Kirchen gemeinsam gegen Kapitalismus

Rosa Luxemburg Stiftung: «Land, Arbeit, ein eigenes Heim – seltsam, wenn ich darüber spreche, ist der Papst für manche ein Kommunist.» Dies sagte Jorge Mario Bergoglio, besser bekannt als Papst Franziskus, im Rahmen eines Treffens mit dem linksgerichteten bolivianischen Präsidenten Evo Morales.
Ein Jahr zuvor ging der «Papst der Armen» in seiner ersten Lehrschrift Evangelii Gaudium («Freude des Evangeliums«») mit dem herrschenden kapitalistischen Wirtschaftssystem mit den klaren Worten «Die Wirtschaft tötet» ins Gericht und geißelte die «Globalisierung der Gleichgültigkeit». Unterstützung bekam der Papst vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), der im November 2013 zu einer «Ökonomie des Lebens» aufrief und eine «Wirtschaft im Dienst des Leben» forderte.
Vor dem Hintergrund von Wachstumszwängen, des Klimawandels und der weltweit sich verschärfenden wirtschaftlichen Ungleichheiten sind sich religiöse Traditionen trotz aller Verschiedenheiten in der Ablehnung von Habgier, Konsumismus und eines Menschenbildes, das nur auf Wettbewerb und Verdrängung setzt, einig. Für eine «Ökonomie des Genugs» lassen sich buddhistische, muslimische, jüdische und christliche Begründungsfiguren finden.
In diesem Buch sind erstmals in deutscher Sprache die profiliertesten Autoren innerhalb dieser neuen weltweiten Ökumene versammelt. Sie markieren den breiten und hierzulande kaum bekannten Konsens der Kirchen über die tödlichen Grundstrukturen des Kapitalismus.

Der Inhalt:

ZUR EINFÜHRUNG
– Franz Segbers/Simon Wiesgickl: Die große Ökumene der Kirchen gegen den Kapitalismus
– Martin Robra: Wachsen in Übereinstimmung
– Beat Dietschy: «Ökonomie des Lebens» – eine konkrete Utopie der Ökumene
– Jörg Rieger: Occupray!

DER KAPITALISMUS IN DER KRITIK DER RELIGIONEN
– Franz Hinkelammert: Der Vorrang des Menschen im Konflikt mit dem Fetischismus
– Kuno Füssel/Michael Ramminger: Kritik des Götzendienstes und des Fetischismus in der Theologie der Befreiung und bei Papst Franziskus
– Karl-Heinz Brodbeck: Die globale Krise des Geldes
– Marc H. Ellis: Am Ende der (ethischen) jüdischen Geschichte
– Mathilde Amatsoukey: Ein wieder-verzaubernder Islam gegen den Kapitalismus
– Konrad Raiser: Das Problem ist nicht die Armut, das Problem ist der Reichtum!
– Nancy Cardoso Pereira: Von den heiligen, den allzu weltlichen und den allzu menschlichen Dingen
– Park Seong-Won: Drei Minuten bis zum Jüngsten Tag
– Ofelia Ortega Suárez: Die Hoffnung wiederherstellen in einer globalisierten Welt
– Christine Müller: Spirituelle Leitlinien auf dem Weg in die Postwachstumsgesellschaft
– Michael Brie/Ilsegret Fink/Cornelia Hildebrandt: Zum Leben bekennen – im Dialog lernen