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Abstract: The working paper examines two discourses of growth critique that arose during the crisis of the Keynesian growth model in the 1970s and during the current economic crisis respectively. It analyzes in particular how these discourses deal with questions of labor, population and society in the context of the crises. In order to do so, the paper looks at the debates surrounding the publication of The Limits to Growth (Meadows et al. 1974) as well as several publications of authors committed to a ‘degrowth’ perspective which gained strength during the ongoing crisis. The author argues that these debates downplay sociologically relevant questions of labor, population and society, as dealt with by both critiques of growth. The paper notes a recent revival of Malthusian arguments, discusses specific suggestions offered by the proponents of both discourses through Foucault’s perspective of the biopolitical management of population and points to the affinities of these suggestions with the broader agenda of ‘good governance’. The paper further discusses why these discourses of growth critique gain prominence in times of crisis and why they were more or less compatible with the transformations promoted during the different crises.

Zusammenfassung: Das Working Paper diskutiert zwei Diskurse der Wachstumskritik, die jeweils während der Krise des Keynesianischen Wachstumsmodells in den 1970ern und während der gegenwärtigen Wirtschaftskrise entstanden sind. Es analysiert, wie diese Diskurse im Kontext der Krise mit Fragen von Arbeit, Bevölkerung und Gesellschaft umgehen. Dafür betrachtet das Papier die Debatten, die sich um die Veröffentlichung von The Limits to Growth (Grenzen des Wachstums, Meadows et al. 1974) entwickelten sowie um verschiedene Veröffentlichungen von Autoren, die sich der ‚degrowth‘-Perspektive verpflichtet fühlen, die in der gegenwärtigen Krise an Bedeutung gewonnen hat. Die Autorin argumentiert, dass diese Debatten die soziologisch relevanten Fragen von Arbeit, Bevölkerung und Gesellschaft, die in den Wachstumskritiken verhandelt werden, herunterspielen. Das Working Paper konstatiert eine neuerliche Wiederbelebung Malthusianischer Argumente, diskutiert spezifische Vorschläge der Befürworter beider Diskurse durch Foucaults Perspektive des biopolitischen Bevölkerungsmanagements und zeigt die Nähe dieser Vorschläge zur breiteren Agenda des ‚Good Governance‘. Das Papier diskutiert weiterhin, warum diese Diskurse der Wachstumskritik in Krisenzeiten an Bedeutung gewinnen und warum sie mehr oder weniger kompatibel waren mit den Transformationen, die in diesen Krisen vorangetrieben wurden.

Working Paper 05/2013 der DFG-KollegforscherInnengruppe Postwachstumsgesellschaften