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Abstract: In der Minima Moralia formulierte Theodor W. Adornos sein berühmtes Diktum „Es gibt kein richtiges Leben im falschen”. Damit wies Adorno auf die Schwierigkeit hin, sich in einer Welt, die durch nicht zu legitimierende Herrschaft bzw. nicht kontrollierte Systemzwängen gekennzeichnet ist, als Einzelner „richtig“ zu verhalten. Während dieses Problem bislang vor allem aus theoretischer Perspektive bzw. als ethische Frage diskutiert worden ist, soll anhand der Erfahrungen von sogenannten wachstumsneutralen Unternehmen in der Wachstumswirtschaft empirisch untersucht werden, welche Handlungsspielräume und -barrieren für Akteurinnen und Akteure bestehen, die mit dominierenden gesellschaftlichen Strukturen und Institutionen in Konflikt geraten. Dazu wird auf Interviews mit Unternehmensvertretern/-innen zurückgegriffen, die unter den gegebenen Bedingungen nachhaltig wirtschaften und dabei auch den Wachstumsimperativ moderner Volkswirtschaften in Frage stellen. Bei den Akteuren ist häufig ein Brechen mit der für moderne Gesellschaften typischen Differenzierung in verschiedene Systeme und Funktionen zu beobachten, wobei insbesondere die Grenzen zwischen gewerblich und nicht-gewerblich verschwimmen. Aus diesen Entdifferenzierungstendenzen können für die Initiativen spezifische Probleme resultieren, die mitunter den Fortbestand ihrer Aktivitäten gefährden.

Beitrag zur Veranstaltung »Neue Trends in der Umweltsoziologie« der Sektion Umweltsoziologie – organisiert von Matthias Groß

Verhandlungen der Kongresse der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Bd. 37 (2015)