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Interview mit Dorothee Häußermann im Rahmen des Klimacamps und der Degrowth-Sommerschule im Rheinischen Braunkohlerevier 2015.

Aus dem Interview: SB: Bei der Podiumsdiskussion gestern abend war zu hören, daß die von Großprojekten betroffenen Menschen in Indien, Ecuador und Kanada diejenigen sind, die dort den Widerstand gegen den Klimawandel entwickelt haben. Das besondere Problem in der Lausitz, aber auch im Rheinischen Braunkohlerevier ist, daß die Bevölkerung von Vattenfall bzw. RWE eingekauft und okkupiert wurde. Wie ließe sich das Verschränken der Interessen zwischen den Konzernen und der Bevölkerung aus Sicht der Umweltbewegung aufbrechen?
DH: Das ist schwierig. Wir haben teilweise sehr gute Verbündete wie zum Beispiel die Initiative in Buir, die sich gegen RWE zur Wehr setzt. Die Menschen in Buir leiden unter der neu verlegten Autobahn, die zusammen mit einer Kohlebahn und der normalen S-Bahnstrecke direkt an der Ortsgrenze verläuft. Buir ist völlig eingekeilt von diesen Verkehrstrassen. Die Leute dort fingen an, sich gegen die Lärmbelästigung zu engagieren, bis sie gemerkt haben, gegen wen sie eigentlich antreten. Seitdem haben sie sich unglaublich radikalisiert. Sie unterstützen auch das Klimacamp und den Protest im Hambacher Forst. Daraus ist eine tolle Zusammenarbeit entstanden. Sie werden zwar nicht an einer Blockade oder Aktion des zivilen Ungehorsams teilnehmen, aber dennoch greift vieles andere ineinander.

Interview/082 aus der Rubrik “Bürger/Gesellschaft” > “Report” von der Zeitung Schattenblick

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