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Der Verlag: Kann Wirtschaftswachstum nachhaltig sein? Diese Frage zählt zu den umstrittensten, wichtigsten und dringlichsten unserer Zeit.
Können wir die dramatischen ökologischen Folgeschäden des Wirtschaftswachstums mit „sauberen“ Technologien in den Griff bekommen? Empirische Daten aus der Vergangenheit geben wenig Anlass zu großen Hoffnungen, technischer Fortschritt könne unsere Probleme lösen. Einsparungen durch Effizienz machen Verfahren und Produkte billiger und attraktiver – und beschleunigen damit ihre Verbreitung. Bislang ist es nicht gelungen, solcherart „Bumerang“- oder „Rebound“-Effekte abzufangen und den gesellschaftlichen Umweltverbrauch auf einem gleich bleibenden Niveau zu stabilisieren – geschweige denn ihn zu verringern.

Wir werden also, betonen einige der Autoren und Autorinnen dieses Heftes, um die Frage „Wie viel ist genug?“ nicht herumkommen. Was aber bedeutet die Antwort „Es ist längst genug“? Was bedeutet es, wenn tatsächlich weniger gekauft, weniger gefahren, weniger gebaut, weniger von allem umgesetzt wird? Was bedeutet es für die Wirtschaft, die Gesellschaft, für Arbeitsplätze und Staatsfinanzen? Haben wir die Option, auf Wachstum zu verzichten.

> Inhalt
> Beitrag von Niko Paech – Wachstum „light“? Qualitatives Wachstum ist eine Utopie

Wissenschaft & Umwelt Interdisziplinär Nr. 13/2009

Inhalt:
Stephan Lutter, Stefan Giljum: Ökologische Wachstumsgrenzen. Die Notwendigkeit eines Systemwechsels im Umgang mit natürlichen Ressourcen
Michael Getzner: Wirtschaftswachstum und Umweltverbrauch. Über die Zusammenhänge von Energieund Ressourcenverbrauch, Emissionen und BIP in Österreich
Engelbert Stockhammer, Wolfgang Fellner: Wirtschaftswachstum und nachhaltiger Wohlstand. Mythen und Messung
Claudia Kettner: Entkoppelung und Dematerialisierung. Das BIP aus der Perspektive nachhaltiger Entwicklung
Rita Trattnig: Wachstum zukunftsfähig gestalten. Schauplätze, Akteure, Perspektiven

KANN QUALITATIVES WACHSTUM “die” LÖSUNG SEIN?
Friedrich Hinterberger, Elke Pirgmaier: Die ökonomischen Grenzen des Wachstums. Kann unsere Wirtschaft anhaltend wachsen?
Friedrich Schneider: Ökonomische Wachstumsgrenzen: Sollen wir sie zur Kenntnis nehmen und für erstrebenswert halten?
Jörg Mahlich: Ist es Wirtschaftswachstum, das unsere Umweltprobleme verursacht?
Claudia Kettner: Wachstum „light“! Qualitatives Wachstum muss keine Utopie bleiben
Michael Getzner: Wachstum und technischer Fortschritt: Eine unendliche Geschichte?
Niko Paech: Wachstum „light“? Qualitatives Wachstum ist eine Utopie

WELCHE FOLGEN HÄTTE eine WIRTSCHAFT ohne WACHSTUM?
Kurt Bayer: Wie wirkt globales Nullwachstum auf arme Länder?
Ernst Tüchler: Ist Wachstumsverzicht zur Lösung der Umweltkrise gerechtfertigt?
Elm:ar Altvater: Horror vor Null-Wachstum. Wachstum und Entwicklung oder Akkumulation des Kapitals?
Helene Schuberth: Nullwachstum – Schrecken für Reich, Arm und Umwelt?
Brian Czech, Herman Daly: Die Steady-State-Ökonomie: Was sie ausmacht, was sie mit sich bringt und was sie genau bedeutet
Christian Kerschner: Unerreichbare Ziele. Ein Schlichtungsbeitrag zur Debatte über eine stationäre versus kontrahierende Wirtschaft

KANN DIE GESELLSCHAFT auf WACHSTUM VERZICHTEN?
Manfred Prisching: Fetisch Wachstum. Die politische Ausweglosigkeit der Steigerungsprogrammatik
Richard Münch: Wachstum und Freiheit. Ist Wirtschaftswachstum die Basis für Demokratie und Liberalität?
Erich Gundlach: Demokratie, Verteilung und Wachstum aus ökonomischer Sicht
Fred Luks: Enden wollendes Glück? Warum Wachstum in reichen Gesellschaften nicht zum Glück beiträgt und warum das eigentlich kein Problem ist
Gerhard Schulze: Das Steigerungsspiel. Auszüge aus „Die beste aller Welten“

GIBT ES GANGBARE WEGE zur NACHHALTIGEN WIRTSCHAFT?
Norbert Reuter: Stagnation im Trend. Leben mit gesättigten Märkten, stagnierenden Ökonomien und verkürzten Arbeitszeiten
Mohssen Massarrat: Weniger wachsen – weniger arbeiten. Eine realistische Alternative
Jürgen Grahl, Reiner Kümmel: Das Loch im Fass. Energiesklaven, Arbeitsplätze und die Milderung des Wachstumszwangs
Frithjof Bergmann: Die „Neue Arbeit“: Auf dem Weg zu einer Kultur ohne Wachstumszwang