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Zusammenfassung: Das Working Paper beleuchtet die Ambivalenz kapitalistischen Wachstums und Akkumulation, d.h. ihre gleichzeitige Kombination dynamischer und restriktiver Tendenzen. Auf der abstraktesten Ebene wird diese Ambivalenz auf drei verschiedene Formen des Kapitalkreislaufes bezogen. Auf einer konkreteren Ebene wird das Akkumulationsregime des finanzialisierten Kapitalismus umrissen. Im Vergleich zum Fordismus ist dieses Akkumulationsregime durch eine schwache Investitionsneigung, und daher schwache Akkumulationsdynamik, geprägt. Auf dieser Grundlage betrachte ich Finanzialisierung und die Krise in der Eurozone im Besonderen sowie deren Bedeutung für die Gesellschaften, die sich derzeit einem harschen Austeritätsregime unterwerfen müssen. Zum Abschluss wird diese Sicht der kapitalistischen Entwicklungsdynamik dem wachstumskritischen Diskurs gegenübergestellt. Letzterer übertreibt die Dynamik des Kapitalismus und produziert dadurch eine simplistische Deutung kapitalistischer Gesellschaften als ‚Wachstumsgesellschaften‘.

Abstract: This working paper examines the ambivalence of capitalist growth and accumulation, that is, the simultaneous combination of dynamic and restrictive tendencies. At the most abstract level, this ambivalence is related to the existence of three different forms or circuits of capital. At a more concrete level, the accumulation regime of financialised capitalism is outlined. In comparison to Fordism, this accumulation regime is characterised by a weak propensity to invest and therefore by lacklustre accumulation. On this basis, I look at financialisation and the crisis in the Eurozone in particular and what it means for those societies that are currently being subjected to a regime of austerity. Finally, this view of capitalism is contrasted with the discourse of growth critique which exaggerates the dynamism of capital and produces a simplistic view of capitalist societies as ‘growth societies’.

Working Paper 07/2013 der DFG-KollegforscherInnengruppe Postwachstumsgesellschaften