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Paper presented at the Conference “New economic concepts in the current European crises“.

Einleitung: Verwirklichungschancen, zu Englisch „capability“, ist der zentrale Begriff eines auf Amartya Sen zurückgehenden Ansatzes der Wohlfahrtsmessung 1 . Er steht für die Handlungen und Seinszustände („Funktionen“), die für eine Person erreichbar sind, und die sie mit guten Gründen wertschätzen kann. Welche das sind, wird durch individuelle Reflektion und kollektive Diskussion festgelegt. Der vorliegende Beitrag schlägt Verwirklichungschancen als den Maßstab für die Konzeption und Bewertung von Arbeitsmarktpolitik vor und diskutiert drei gängige Konzepte aus dieser Perspektive: Flexicurity (Council of the European Union 2007; Auer und Chatani 2011), Übergangsarbeitsmärkte (Schmid 2002) und Sozialinvestition (Morel, Palier und Palme 2012): Wie verhalten sich diese Ansätze zueinander und wie ‚capability – freundlich‘ sind sie? An die theoretische Diskussion schließt sich eine empirische Analyse der öffentlichen Ausgaben für aktive Arbeitsmarktpolitik vor und seit Beginn der Krise 2008 an.