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Zusammenfassung: Sozialer Aufstieg ist ein Versprechen der Moderne, das aber einen latenten Konfliktgehalt als Nullsummenspiel besitzt. Wirtschaftliches Wachstum hat diesen lange Zeit moderieren können, so dass Sozialer Aufstieg universal verstanden werden konnte. Fehlendes Wachstum bedingt, dass die Konflikthaftigkeit des Sozialen Aufstiegs stärker in den Vordergrund tritt. Der Beitrag untersucht verschiedene Prozesse und Institutionalisierungen, die den Nullsummencharakter moderieren können, und betrachtet in einem Negativszenario mögliche Veränderungen der Aufstiegsorientierung unter Bedingungen fehlenden Wachstums, die bereits in Ansätzen in der Gegenwart zu beobachten sind. Schließlich wird dafür plädiert, die modernen Versprechen einer Verbesserung der Lebensqualität von ihrer Bindung an Sozialen Aufstieg zu entkoppeln, ohne aber die normativen Ansprüche auf Sozialen Aufstieg in einer von sozialer Ungleichheit geprägten Gesellschaft auszublenden.

Abstract: Upward social mobility is a promise of modernity, but as a zero-sum game it also carries a latent potential for conflict. For a long time, the latter was moderated through economic growth allowing for collective upward mobility to be perceived as a universal condition. However an enduring lack of growth brings the conflictual nature of upward mobility to the fore. The paper examines various processes and institutionalizations that can moderate this zero-sum character. In a negative scenario, the paper also explores possible changes in people’s upward social orientations under conditions of a lack of growth that can already be observed in rudimentary form today. Finally, it advocates for a decoupling of the modern promise of an improving quality of life from social status without ignoring the normative claims for upward social mobility in a society characterized by social inequality.

Working Paper 08/2013 der DFG-KollegforscherInnengruppe Postwachstumsgesellschaften