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In dieser Kolumne in der Deutschen Ausgabe des National Geographic Magazins wundert sich Harald Welzer über allerlei Normalitäten unserer Zeit. Darunter: Kreuzfahrten, Innovation, Turbokapitalisten, mangelnde Wertschätzung, Smartphones, Fremdenversorgung, Aufrüstung und Gipfeltreffen.

Zitat aus “Abkoppelung von da draußen”: . . . Wenn wir mal unsere soziale Umwelt im haeckelschen Sinn ökologisch betrachten, was sehen wir dann? Im öffentlichen Raum beziehungslose Menschen, die vor allem auf Bildschirme starren. Nicht nur, wenn sie auf den Bus oder die Bahn warten oder darin sitzen, sondern auch, wenn sie gehen, sich unterhalten, gelegentlich sogar am Urinal auf der Herrentoilette. Wie das auf Damentoiletten ist, weiß ich nicht, aber ich bin sicher, dass an den ehemals stillen Örtchen heutzutage geschlechterübergreifend telefoniert wird, wie ja überhaupt überall alle telefonieren, falls sie nicht auf Bildschirme starren. Manche können auch beides gleichzeitig, starren und sprechen. Neulich habe ich gehört, dass Menschen weniger rauchen, weil die Zigarette beim Tippen und Wischen auf dem Bildschirm stört, auch das deutet an, wie tief das Smartphone in die Ökologie unserer Kommunikation und unseres Verhaltens eingegriffen hat. . . .

### Online nicht mehr verfügbar, die Kolumne findet sich in den Heften ab September 2014 ###