Die Klimagipfel-Truman-Show

Einleitung
„Grüner wird’s nicht“ (Taz), „Für die Menschheit“ (SZ), das „Wunder von Paris“ oder „Historischer Weltklimavertrag“ (Spiegel Online) lauten die Schlagzeilen nach dem Klimadeal in Paris. Wir sahen in der Tagesschau einen mit den Tränen kämpfenden Laurent Fabius, französischer Außenminister und COP 21 Präsident, eine innerlich bewegte deutsche Umweltministerin oder einen jubelnden Klimavorkämpfer wie Al Gore. Der Produzent des Dokumentarfilms „Eine unangenehme Wahrheit“ klatschte ergriffen in der ersten Reihe dem Abkommen zu, perfekt inszeniert für die Fernsehkameras. Der Saal der Delegierten aus fast 200 Staaten schien in einem kollektiven Taumel zu verfallen und mit ihm die komplette Medienöffentlichkeit, die den „historischen Moment“ dann jedoch schnell ad acta legte und aus den Nachrichten verdrängte. Der Polit-Zirkus hat geliefert, die Presse kann sich anderen Dingen zuwenden.

Dass die Mächtigen in Paris eine PR-Show inszenieren war erwartbar. Der journalistische Blackout und die Schamlosigkeit der medialen Propaganda um den UN-Klimagipfel ist jedoch selbst für einen langjährigen Medienbeobachter ein Schock. Wäre es nicht zu pathetisch würde ich mich beim Publikum für meine Zunft entschuldigen. Betrug ist ein hartes Wort, aber so ist es nun einmal. Während die Presse munter die Ergebnisse der Erwärmungsszenarien des Paris-Deals manipulieren und den Phantasiewelten vom zukünftigen „Umsteuern“ der selbsterklärten „Klimaretter“ folgen, wollen auch einige Umweltverbände mit butterweichen Statements die Show nicht weiter stören. Willkommen in der Klimagipfel-Truman-Show.

Fabian Scheidler, Harald Schumann im Grips Theater: Chaos. Das neue Zeitalter der Revolutionen

Mit: Fabian Scheidler, Autor (“Das Ende der Megamaschine. Geschichte einer scheiternden Zivilisation”, “Chaos. Das neue Zeitalter der Revolutionen” (www.revolutionen.org)) und Harald Schumann, Journalist beim Tagesspiegel und bei “Investigate Europe”, Buchautor (“Die Globaliserungsfalle”, “Der globale Countdown”), Autor der Arte-Filme “Staatsgeheimnis Bankenrettung”, “Troika: Macht ohne Kontrolle” und “Das Microsoft-Dilemma”.

Fabian Scheidler und Harald Schumann diskutieren über die globalen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft: die Krise des Lebens auf der Erde, die zunehmende Spaltung zwischen Arm und Reich und das geopolitische Chaos, das mit dem Niedergang der US-Hegemonie und dem Aufstieg Chinas verbunden ist. Welche Perspektiven gibt es für den Aufbau zukunftsfähiger Ökonomien und Gesellschaften im sich zuspitzenden globalen Chaos? Eine besondere Rolle spielt dabei das, was Fabian Scheidler “Tributökonomie” nennt: Reichtum und Privilegien werden zunehmend nicht durch Markterfolge gesichert, sondern durch staatliche Subventionen, etwa im Bankensektor (Bankenrettungen) oder in der Auto- und Flugzeugbranche. Die ökologisch destruktivsten Branchen werden mit Billionen von Dollar und Euro gefördert. Hinzu kommen leistungslose Einkommen aus Eigentumsrechten, etwa im Immobiliensektor, aber auch im Bereich geistiger Eigentumsrechte, wie etwa Software. Eine Durchbrechung der Tributökonomie und der Verquickung von Staat und Großkapital erweist sich daher als eine entscheidende Voraussetzung für eine sozial-ökologische Transformation.

Themen:
1. Chaos in der Biosphäre (Größtes Artensterben seit 65 Millionen Jahren, Klimachaos, Süßwasserkrise u.a.)
2. Chaos in der Weltwirtschaft (soziale Spaltung, Neoliberalismus, “Tributökonomie”, Eigentumsverhältnisse, politische Krisen)
3. Geopolitisches Chaos: Zerfall der US-Hegemomie und Austieg Chinas, Kriegsgefahren (Nordkorea, Iran, China, Russland)
4. Rolle der Medien in der Transformation

SAT_10h // Polanyi historical lessons

Keynote speech by Gareth Dale and following panel discussion by Mladen Domazet, Vincent Liegey and Alexandra Köves at the 6th International Degrowth Conference for Ecological Sustainability and Social Equity in Budapest in 2016.

Degrowth 2016 – English youtube channel

Degrowth : stories we should tell : how do degrowth ideas spread in public discourses?

Abstract: Degrowth is an academic concept and activists’ niche project in Europe and other early-industrialized parts of the world aiming to reframe the current sustainability challenge of declining environmental and unjust social conditions. Its emphasis is on the radical transformation of the current societal-economic structure in order to achieve inherently sustainable conditions. There are various degrowth approaches that target different levels and spheres of social change.
Discourse is one site of this struggle to achieve social change. Discourses shape and challenge societal conditions and indicate as well as foster social change. In this study, a critical discourse analysis is conducted to analyze the different strands of degrowth framings in the academic discourse and the dispersion of degrowth ideas in the public. The focus of the analysis is on how degrowth ideas are represented and perceived. Two discursive areas of the public are considered: the dispersion of degrowth ideas in newspaper articles of the mass media public, and the dispersion of degrowth ideas in social media posts.
The findings from the analysis of the academic discourse suggest that there is neither a shortage of understandings of the sustainability challenge, nor is there a shortage of ideas to solve it. Instead, radical degrowth ideas face some obstacles to unfold their transformative potential because there is a missing part in the communication of degrowth ideas between the academic and public discourse.
Discursive strategies of story-telling and framing in public discourses can empower people to challenge the social order. In the case of the mass media public it is shown that the conventional knowledge transfer of experts to a particular newspaper audience is not very effective to disperse transformative ideas. It has limited reach and does not significantly challenge the social order. The discursive practices of the social media public however develop a higher potential to achieve change because it is reached a broader audience and people get more engaged in the discourse.
Degrowth lacks a handy framing that is supported by story-lines which appeal to the people. The potential of change can be increased by unconventional discursive practices to bring already existing degrowth practices under the umbrella term of degrowth. The gap can be bridged by alliances between academic and public discourses to strengthen the inter-discursive exchange.

Master Thesis Series in Environmental Studies and Sustainability Science MESM02 20161
LUCSUS (Lund University Centre for Sustainability Studies)

Wirtschaftsjournalismus und Wachstumsparadigma

Working Paper des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS), Potsdam.

The DegrowthPedia Initiative – a new collaborative platform for information and education about degrowth

Poster by Francois Diaz Maurin at the Second International Conference on Economic Degrowth for Ecological Sustainability and Social Equity in Barcelona with the title “The DegrowthPedia Initiative – a new collaborative platform for information and education about degrowth”.

Der Kaputte Planet

Teil der Titel “Story” des Spiegels “Der verheizte Planet” im Februar 2015. Es geht um den Klimawandel. Anlass für das Interview ist das zeitnah veröffentlichte Buch von Naomi Klein “This changes everything”.

Der Spiegel 9/2015, S.64 – 67

> The interview in English
> Der Artikel zum Interview

Sind wir noch zu retten?

Titel “Story” des Spiegels “Der verheizte Planet” im Februar 2015. Es geht um den Klimawandel. Anlass für den Artikel ist das zeitnah veröffentlichte Buch von Naomi Klein “This changes everything”. In diesem Kontext taucht auch die “Degrowth Bewegung” im Artikel auf.

Der Spiegel 9/2015, S.56 – 64

Zur Titelstory gehört auch ein Interview mit Naomi Klein: “Der kaputte Planet”