When degrowth enters the parliament

From the text: . . . In conclusion, let me outline our hypothesis. If growth has been a central pillar of stability in wealthy countries throughout the 20th century, then it is reasonable to argue that its lack in growth-oriented societies might create instability. I propose to read under this light too, but of course not only, the recent emerging political conjuncture, from Trump to Brexit, including a generalized rise of the authoritarian right.
Even the IMF argues that we might have entered into a new phase of low growth potential, especially in wealthy economies. This has been called New Normal, New Mediocre, or Secular Stagnation. The Wall Street Journal recently argued that: “In Europe, as in the U.S., voters are angry at political elites and frustrated by slow growth”. This places the end of growth right at the centre of 21st Century politics – inside and outside the parliaments.
For how long will we keep sacrificing everything in the name of growth, with austerity policies? How far will the mainstream be able to support growth’s mirage? And how – and who – is going to challenge the discontent emerging out of slow growth in growth’s societies? Can we give this frustration a new meaning and direction, other than that of closure and phobia?
Welcome to the new era of post-growth politics. As Tim Jackson and Peter Victor argued in The New York Times: “Imagining a world without growth is among the most vital and urgent tasks for society to engage in.”
So we start a new year with the knowledge that degrowth has now entered into the Parliament, and hopefully it is here to stay. We have just started and we recognise the challenges remain huge and sometimes seem insurmountable. The degrowth community wants to face the challenges. And in the House of Commons I was pleased to see we share the challenges and the tasks ahead with powerful companions.

Re:organisieren

Zeitschrift «Luxemburg» 04/2011

Niemand kann mehr sagen, dass sich kein Widerstand gegen die herrschende Krisenpolitik regt. Seit Anfang des Jahres sind »plötzlich« neue Kämpfe entstanden (vgl. Luxemburg 2/2011). Nicht einzuordnen in die üblichen Kategorien der politischen Wahrnehmung, getragen von »ganz normalen Leuten«, scheinen sie unorganisiert. Vergangene Bewegungen und ihre Erfahrungen gehen in die neuen politischen Kämpfe ein; gleichzeitig markieren sie einen Bruch: Ihre Ziele und Artikulationsformen sind neu – sie re-organisieren. Linke Parteien, Gewerkschaften und Organisationen haben bislang keine Reorganisierung hervorgebracht. Allerdings haben die Prozesse vielerorts begonnen: Gewerkschaften wenden sich partizipativen, konfliktorientierten Strategien zu. Die Einsicht verbreitet sich, dass die Prekären nicht nur eine Randgruppe der Mitglieder sind, und eine strategische Rolle spielen könnten. Die Linke ist entstanden als Partei verschiedener linker Strömungen, Gewerkschaften und anderer sozialer Bewegungen; ihr Programm ist – bei allen Schwierigkeiten solcher Diskussionen – der Versuch, eine Plattform für ein linkes Mosaik zu bilden. Eine neue Verbindung der Bewegungen, Gewerkschaften und Parteien ist notwendig.

Kein Teil der pluralen Linken, keine Partei, keine Gewerkschaft, kann eine Führungsrolle allein beanspruchen. Aus der gegenseitigen Akzeptanz, aus dem Wissen um das Aufeinander-Angewiesensein muss »Führung« als Handlungsfähigkeit, Reorganisierung zur Gegenhegemonie gemeinsam erarbeitet werden. Das Feld muss neu organisiert werden.

Editorial
Leseprobe 1
Leseprobe 2

ISBN 978-3-89965-859-0

Mehr oder weniger?

Wachstumskritik von links.

Aus der Einleitung: . . . Das mit der Wachstumskritik ist schon eine schwierige Sache für die Linke. Wie formulierte noch Alexis Tsipras von Syriza unter großem Applaus auf dem Parteitag der LINKEN im Mai in Berlin: Eine «Gesellschaft der Gerechtigkeit, der Solidarität und des Wachstums» müsse als linkes Konzept der herrschenden EU-Politik entgegengestellt werden. [. . .] Gleichwohl gibt es ein allgemeines Unbehagen, wenn dem Wirtschaftswachstum oberste politische Priorität eingeräumt wird: Die unterstellte Erwartung, dass sich damit beinahe jedes Problem bewältigen ließe und sich deshalb fast alle anderen gesellschaftlichen Belange unterzuordnen hätten, ruft Widerstand hervor. Dies zeigt sich in nahezu allen weltanschaulichen Grundrichtungen und ihren jeweiligen Institutionen. Die Auseinandersetzung mit der Wachstumsproblematik stellt derzeit vor allem für junge Menschen einen Ausgangspunkt von Politisierung und politischer Aktivierung dar. Wer dies als bloße Mode abtut, die ebenso schnell vergehe, wie sie an Attraktivität gewann, wird sich noch über dieses Missverständnis ärgern dürfen.
Ökologische Kritiken weisen seit Langem auf die «Grenzen des Wachstums» hin und lenken den Blick auf die Auswirkungen des vermeintlich ewigen Wirtschaftswachstums, mit all den Instabilitäten und Katastrophen, die eine unveränderte Politik bereits jetzt nachdrücklich infrage stellen. Katastrophen übrigens, die mitnichten alle Menschen gleich betreffen. Wir sitzen zwar im selben Boot, aber auf verschiedenen Decks: Die Ärmsten, die am wenigsten zum Überschreiten dieser Grenzen beigetragen haben, sind am härtesten betroffen.
Mit Blick auf diese Herausforderungen lassen sich große Überschneidungen zwischen linken, feministischen und wachstumskritischen Positionen erkennen. Bei Menschen, die für die Rosa-Luxemburg-Stiftung oder in ihrem politisch-gesellschaftlichen Umfeld arbeiten, gibt es verschiedene kritische Perspektiven auf sozialökologischen Umbau. Dabei spielt eine mögliche Transformation gegenwärtiger kapitalistischer Gesellschaftsstrukturen im Sinne eines demokratischen Sozialismus eine zentrale Rolle. . . .

Wohlstand von links? Bilanz der Enquetekommission

Ulrich Brand im Gespräch mit den Kommissionsmitgliedern und Bundestagsabgeordneten Waltraud Wolff (SPD), Sabine Leidig (Die LINKE) und Hermann Ott (Bündnis90/Die Grünen)

Einleitung: Die Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“ des Bundestages nahm im Januar 2011 ihre Arbeit auf. Die jüngsten Krisen hätten „eine grundlegende Diskussion über gesellschaftlichen Wohlstand, individuelles Wohlergehen und nachhaltige Entwicklung angestoßen. Nicht nur in Deutschland, auch in anderen Industriestaaten gibt es eine Debatte darüber, ob die Orientierung auf das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ausreicht, um Wohlstand, Lebensqualität und gesellschaftlichen Fortschritt angemessen abzubilden.“
Der über 1000-seitige Bericht wurde (mit vielen Sondervoten) im April 2013 präsentiert. Die Opposition hat sich auf den Horizont einer „sozial-ökologischen Transformation“ geeinigt, und einige Kernelemente eines linken Wohlstandsverständnisses aufgezeigt: Beispielsweise Verteilungsfragen auch als solche der Produktion und ihrer demokratischen Gestaltung zu stellen; beim Thema Arbeit und Arbeitspolitik deutlich über die Erwerbsarbeit hinauszugehen und Fragen der Reproduktionsarbeit bzw. der gesellschaftlichen Reproduktion insgesamt stärker in den Blick zu nehmen; ökologische Probleme vor dem Hintergrund kapitalistischer Wachstumszwänge und einer ressourcenintensiven (und deshalb für viele attraktiven) Lebensweise zu thematisieren. Welche Chancen und welche Herausforderungen ergeben sich für die wachstumskritischen Debatten aus dem Bericht der Enquetekommission an den Bundestag?

Sinnvoll Arbeiten-Solidarisch Leben. Gegen Arbeitslosigkeit und Sozialabbau

Einleitung: Bei diesem Programm handelt es sich nicht um das Wirtschaftsprogramm der GRÜNEN, sondern um ein Sofortprogramm gegen Arbeitslosigkeit und Sozialabbau. Es wird von uns zur Diskussion gestellt und muß auf Grund der Kritik aller Interessierten konkretisiert und weiterentwickelt werden. Diese wichtige öffentliche Auseinandersetzung über programmatische Fragen entspricht dem politischen Selbstverständnis der GRÜNEN. Dieses Programm gliedert sich in drei Teile. Die Präambel soll die grundsätzlichen politischen Positionen dokumentieren, wie sie bei den GRÜNEN diskutiert werden, und ist als Einleitung zum grundsätzlichen Verständnis der konkreten Vorschläge im zweiten Teil gedacht. Der dritte Teil befaßt sich mit den Strategien zur Politischen Durchsetzung.

Aus der Präambel: DIE GRÜNEN sind überzeugt, dass es in der Bundesrepublik Deutschland genauso wie in den anderen Industrienationen nicht zu wenig industrielle Produktion gibt, sondern zuviel: zuviel rohstoff- und energieverbrauchende Massenproduktionen, zuviel Schadstoffproduktion, [. . .]. Dagegen gibt es zahlreiche gesellschaftliche Bereiche, in denen zu wenig Arbeit verausgabt wird. Hier nennen wir alternative umweltfreundliche Energiesysteme, öffentlicher Nahverkehrssysteme, menschenwürdige Wohnverhältnisse, Aufbereitung und Wiederverwendung von Abfällen und gesunde, giftfreie Lebensmittel. Die Erträge aus weiterem industriellen Wachstum werden jetzt schon durch die ökologischen Folgeschäden negativ überwogen. . . .

Weitere wachstumskritische Dokumente der Grünen aus den 80er und 90er Jahren:
> Arbeitszeitpolitik der Grünen
> Umbau der Industriegesellschaft. Schritte zur Überwindung Von Erwerbslosigkeit, Armut und Umweltzerstörung
> Entwurf eines Gesetzes für eine ökologisch-soziale Wirtschaft (Förderung der umwelt- un sozialverträglichen Entwicklung der Wirtschaft – GösW)
> Auf dem weg zu eines ökologischen-solidarischen Weltwirtschaft.

Aufbruchtage – Mut zum großen Wandel … Hans Thie im Gespräch

Interview mit Hans Thie im Rahmen der Degrowth Konferenz 2014 in Leipzig.

Aus dem Interview: . . . Dr. Hans Thie ist Wirtschaftsreferent der Fraktion Die Linke im Bundestag. In seinem Buch “Rotes Grün. Pioniere und Prinzipien einer ökologischen Gesellschaft” plädiert er für eine Verbindung sozialer und ökologischer Fragen, die nichts Geringeres als eine Veränderung der Wirtschaftsordnung erfordert, um soziale Gerechtigkeit ohne die Zerstörung der Lebensgrundlagen von Mensch und Natur zu realisieren. Nach der Vorstellung seines von der Rosa Luxemburg Stiftung veröffentlichten Buches im Rahmen der Internationalen Degrowth-Konferenz in Leipzig beantwortete Hans Thie dem Schattenblick einige Fragen zur Positionierung der Partei Die Linke im Spektrum der Postwachstumsdebatte. . . .

Interview/063 aus der Rubrik “Bürger/Gesellschaft” > “Report” von der Zeitung Schattenblick

> Mehr Artikel über die Degrowth Konferenz 2014 in Leipzig von der Zeitung Schattenblick

Aufbruchtage – Januskopf und Bündnis … 1 bis 3

Bericht von der Degrowth Konferenz 2014 in Leipzig zur Veranstaltung “Was hat die Wachstums-Enquetekommission des Bundestages gebracht und wie weiter damit?” mit Hermann Ott, Sabine Leidig, Matthias Zimmer und Angelika Zahrnt.

Der Bericht besteht aus 3 Teilen: Teil 1, Teil 2, Teil 3

Aus dem Bericht:. . . Bedeutet Kapitalismuskritik à la Degrowth, an den Staat zu appellieren und auf seine politikgestaltenden Gremien einwirken zu wollen, damit diese dem Kapitalismus Fesseln auferlegen, um ihn sozial- und ökologisch verträglich zu erneuern? Wäre es unter Degrowth-Aspekten vielleicht sogar konstruktiv, die Verfügungsgewalt über Produktions- wie Reproduktionsfragen vollständig in die Hände eines am besten gleich global aufgestellten Regulationsapparates zu legen und diesen mit weitestreichenden Zugriffsbefugnissen auszustatten, damit das wie auch immer zu definierende Optimum in Sachen sozial-ökologische Transformation realisiert werden kann? Stünde aber nicht ein solcher, sozusagen globalisierter Ansatz in krassem Widerspruch zu den widerständigen Positionen der Globalisierungs- und Wachstumskritiker und der vielen ihre Autonomie behauptenden Initiativen und Organisationen? . . .

BERICHT/049, 050 und 053 aus der Rubrik “Bürger/Gesellschaft” > “Report” von der Zeitung Schattenblick

> Mehr Artikel über die Degrowth Konferenz 2014 in Leipzig von der Zeitung Schattenblick

A Degrowth Party: for what?; Nous sommes Parti-e-s Pour La Décroissance

This text presents the history of the French Degowth party and questions why do we need, or not, a Degrowth party?

> In French
> Here also the genealogy of the French Degrowth movement (in French)