When:
23. September 2019 – 26. September 2019 all-day Europe/Berlin Timezone
2019-09-23T00:00:00+02:00
2019-09-27T00:00:00+02:00
Where:
Friedrich-Schiller-Universität Jena

Abschlusskonferenz der DFG-Kollegforscher_innengruppe “Landnahme, Beschleunigung, Aktivierung. Zur (De-)Stabilisierung moderner Wachstumsgesellschaften” und 2. Regionalkonferenz der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.

Wir sehen uns mit einer ›Krise des Kapitalismus‹ konfrontiert, der ›nicht mehr die Bedürfnisse der Menschen befriedigt!‹, erklärte der französische Finanzminister Bruno Le Maire unlängst während des jüngsten Weltwirtschaftsforums von Davos. ›Offene, weltweite Märkte, freier Kapitalverkehr und die technologische Revolution haben sich ausgezahlt. Aber nur für einige wenige‹, echote der italienische Premier Guiseppe Conte (SZ, 26./27.01.2019). Die Eliten aus Wirtschaft und Politik wirken ratlos. Das überrascht, denn nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise von 2007 – 09 war die Weltökonomie rasch auf einen Wachstumskurs zurückgekehrt. Vor allem die reichen Gesellschaften des globalen Nordens haben ein langes Jahrzehnt der Prosperität durchlaufen. Unsicherheit entsteht aus der Elitenperspektive offenbar vor allem mit Blick auf das, was vor uns liegt. Die Überzeugung, dass es so, wie es ist, nicht bleiben kann, gehört inzwischen zum common sense vieler Entscheidungsträger_innen in allen gesellschaftlichen Bereichen. Vor allem die frühindustrialisierten Länder durchlaufen eine Große Transformation (Karl Polanyi), eine Periode tiefgreifender Umbrüche, die voraussichtlich eine Abkehr von den über Jahrzehnte hinweg prägenden Wachstumsmustern, Produktionsformen und Lebensweisen beinhalten wird. Doch wohin wird diese Transformation führen? Wer soll die Weichen stellen? Und welchen Beitrag kann die Soziologie, können die Sozialwissenschaften leisten, um über Triebkräfte, Folgen und mögliche Perspektiven gesellschaftlicher Umbrüche aufzuklären?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Jenaer Doppelkonferenz vom 23.–27. September 2019.

In mehr als 150 Veranstaltungen debattieren Wissenschaftler_innen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und Weltregionen über die Zukunft moderner Gesellschaften.

http://www.great-transformation.uni-jena.de